Wenn der Frühling in den Sommer übergeht, erwacht die Natur in voller Pracht – und das Gleiche passiert im Alltag vieler Hunde. Die Tage werden länger, die Zeit im Freien nimmt zu, und viele Hunde werden aktiver und energiegeladener. Gleichzeitig ändern sich auch die Nährstoffbedürfnisse des Hundes. Wenn das Wetter wärmer wird, das Fell wechselt und die Bewegung zunimmt, durchläuft der Hundekörper Veränderungen, die durch die Fütterung unterstützt werden können. Im Sommer können Energie- und Elektrolytbedarf deutlich ansteigen, besonders bei Arbeits- und Sporthunden. Eine richtig angepasste Hundefütterung Sommer erfordert meist keine großen Veränderungen, sondern eher kleine und durchdachte Anpassungen. Das Ziel ist es, das Wohlbefinden, die Ausdauer und die Erholung des Hundes während der warmen Jahreszeit zu unterstützen.
Mehr Bewegung, mehr Energie?
Für viele Hunde bringt der Sommer längere Spaziergänge, mehr Zeit draußen, Waldausflüge und sogar Schwimmen in Seen mit sich. Viele Hunde dürfen sich freier und häufiger bewegen – und besonders bei Arbeits- und Sporthunden (wie Agility-Hunden, Jagdhunden und Zughunden) kann der Energieverbrauch um bis zu 20–40% gegenüber dem Ruhebedarf ansteigen.
Was bedeutet das für die Fütterung?
Beobachte das Gewicht, den Muskelzustand und die allgemeine Aufmerksamkeit des Hundes. Wenn die Rippen beim Tasten oder Sehen zu verschwinden beginnen oder der Hund müder als früher erscheint, könnte es Zeit sein, die Futtermenge zu erhöhen oder auf eine etwas fettreichere Ernährung umzustellen.
Hitze und Hecheln – unsichtbarer Flüssigkeitsverlust
Hunde schwitzen nicht wie Menschen – sie kühlen ihren Körper durch Hecheln, und dabei verlieren sie beträchtliche Mengen an Flüssigkeiten und Elektrolyten: besonders Natrium, Kalium und in kleineren Mengen Magnesium und Calcium. Ein aktiver Hund kann bis zu 1,5–2 Liter Flüssigkeit pro Tag verlieren.
Stelle immer frisches Wasser zur Verfügung und erwäge Elektrolyt- und Regenerationsgetränke besonders bei heißem Wetter oder nach anstrengender Bewegung. Feuchte Nahrung, wie Nassfutter oder eine selbstgemachte Suppe/Brühe, kann ebenfalls die Hydratation unterstützen.
Das Fell erneuert sich – die Haut braucht Unterstützung
Fellwechsel ist eine Stoffwechselleistung für den Hundekörper, bei der er neues Haar aufbaut, um das alte Fell zu ersetzen. Dieser Prozess verbraucht besonders Proteine, Zink und Omega-3-Fettsäuren wie EPA und DHA.
Nährstoffunterstützung für die Fellwechselzeit:
Fisch- oder Pflanzenöle können die Haut unterstützen und Juckreiz lindern helfen.
Ein Zinkergänzungsmittel (10–20 mg/Tag für einen mittelgroßen Hund) hilft bei der Unterstützung der Fellerneuerung.
Biotin und Vitamin E unterstützen die Hauterneuerung.
Leckerlis, Grillgut und alles dazwischen
Der Sommer ist eine Genusszeit für Menschen – aber oft auch für Hunde. Trainingswurst, Grillreste und "nur ein bisschen Schinken" von der Terrasse können sich überraschend schnell in der täglichen Kalorienaufnahme des Hundes ansammeln. Außerdem finden viele Hunde ihre eigenen "Schätze" in der Natur, wie Beeren, Gras oder sogar Tierkot.
Warum die Menge an Leckerlis beachten? Zusätzliche Kalorien können zu Gewichtszunahme führen.
Außerdem können fettreiche Nahrungsmittel das Risiko einer Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöhen.
Besondere Überlegungen für Risikogruppen
Ältere Hunde, Hunde mit Herzerkrankungen und brachycephale Rassen (zum Beispiel Möpse und Bulldoggen) vertragen Hitze schlechter. Bei diesen Hunden erfordern Fütterung und Tagesrhythmus eine Feinabstimmung:
Bitte beachten:
Vermeide anstrengende Bewegung während der heißesten Stunden des Tages
Wähle leicht verdauliches, proteinreiches Futter
Biete Mahlzeiten während der kühleren Tageszeiten an
Bei älteren Hunden wird der Flüssigkeitshaushalt ebenfalls leichter beeinträchtigt, daher können Wasser und leicht gesalzenes Futter während der Sommermonate helfen.
Quellen:
Bauer, J. E. (2011). Therapeutic use of fish oils in companion animals. Journal of the American Veterinary Medical Association, 239(11), 1441–1451. https://doi.org/10.2460/javma.239.11.1441
Fascetti, A. J., & Delaney, S. J. (2012). Applied veterinary clinical nutrition. Wiley-Blackwell.
Freeman, L. M., & Chandler, M. L. (2012). Canine and feline nutrition: Nutritional assessment and management of dogs and cats with chronic disease. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 42(4), 769–790.
Hand, M. S., Thatcher, C. D., Remillard, R. L., Roudebush, P., & Novotny, B. J. (2010). Small animal clinical nutrition (5th ed.). Mark Morris Institute.
Hinchcliff, K. W., Geor, R. J., & Kaneps, A. J. (2008). Equine Sports Medicine and Surgery (2nd ed.). Saunders Elsevier.
NRC (National Research Council). (2006). Nutrient Requirements of Dogs and Cats. The National Academies Press. https://doi.org/10.17226/10668
