Die Funktion des Pferdedickdarms verstehen
– erhebliche Auswirkungen auf die Pferdegesundheit insgesamt
Der Pferd Dickdarm zersetzt Faserstoffe – jene Futterart, die Pferde am häufigsten aufnehmen. Fütterungs- und Haltungspraktiken haben großen Einfluss auf die Gesundheit dieses wichtigen Teils des Verdauungssystems.
Verdauungsprobleme kommen bei Pferden häufig vor und können sich auf verschiedene Weise zeigen: abnormales Verhalten, Gewichtsverlust oder Koliken. Pferde sind wie Menschen einhöhlig, aber im Gegensatz zum Menschen vergären sie im Dickdarm.
Der Verdauungstrakt des Pferdes gliedert sich in zwei Bereiche:
- Vorderdarm, der Magen und Dünndarm umfasst, wo die enzymatische Verdauung stattfindet.
- Hinterdarm (Dickdarm), bestehend aus Blinddarm und Kolon, wo die Fermentation erfolgt.
Die Rolle des Dickdarms bei der Pferdeverdauung
Pferde verdauen Stärke und andere lösliche Kohlenhydrate im Dünndarm. Da Pferden im Vorderdarm die faserverdauenden Enzyme fehlen, gelangen Faserstoffe unverdaut in den Dickdarm. Weil Faserstoffe den Großteil der Pferdeernährung ausmachen, ist die Fermentation lebenswichtig für die Verdauung.
Während der Fermentation nutzen Mikroben im Hinterdarm Faserstoffe als Energiequelle. Als Nebenprodukt der Fermentation entstehen flüchtige Fettsäuren, die das Pferd dann als Energie verwendet. Dies ist eine symbiotische Beziehung – sowohl das Pferd als auch seine Darmbakterien profitieren davon.
Jeder Abschnitt des Dickdarms hat seine eigene Mikrobenpopulation mit unterschiedlichen Funktionen. Die meiste Faservergärung findet in Blinddarm und Kolon statt, während die Wasseraufnahme hauptsächlich im Enddarm erfolgt.
Häufige Dickdarmprobleme Pferd
Viele Pferdegesundheitsprobleme hängen mit Ungleichgewichten der Darmbakterien zusammen. Plötzliche Fütterungsänderungen können beispielsweise die mikrobielle Umgebung schocken und zu Verdauungsstörungen führen.
Ein Beispiel für schlechtes Management ist die Fütterung einer großen Portion Kleie oder Brei einmal pro Woche (beispielsweise sonntags), wenn dies an anderen Tagen nicht im Futter enthalten ist. Diese plötzliche Änderung kann Mikroben stören und Darmprobleme verursachen. Das gleiche gilt für den abrupten Wechsel von einer Heusorte zu einer anderen.
Dickdarmerkrankungen können sich als Gewichtsverlust, stumpfes Fell, Reizbarkeit oder Aggressivität oder Verdauungsprobleme wie Kolik Pferd oder Durchfall zeigen.
Darmkrankheiten wie Koliken und Kolitis (Entzündung des Kolons oder Enddarms) gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Pferden. Diese Erkrankungen können die Darmflora beeinträchtigen – und umgekehrt kann eine unausgewogene Darmflora Pferde dafür anfällig machen.
Dickdarmprobleme können auch durch Antibiotikaeinnahme, Bewegungsmangel und Fastenphasen verschlimmert werden. Antibiotika können nützliche Bakterien abtöten und schädlichen Mikroben ermöglichen, sich zu vermehren. Einige Bakterien produzieren übermäßig Gas, was zu Koliken führt, oder Säuren, die den Darm-pH-Wert senken und nützliche Mikroben abtöten.
Wie du das Risiko von Dickdarmproblemen reduzierst
Das Verdauungssystem des Pferdes entwickelte sich für kontinuierliches Grasen und Bewegung. Unter häuslichen Bedingungen unterscheidet sich der Lebensstil eines Pferdes stark hiervon, was mit Hinterdarmproblemen zusammenhängt. Pferde sollten sich so viel wie möglich frei bewegen können und kleine Mengen Raufutter kontinuierlich oder so häufig wie möglich fressen. Alle Fütterungs- und Managementänderungen – ob die Einführung neuer Futtermittel, Weidegang oder andere Veränderungen – sollten langsam und kontrolliert erfolgen.
Weitere Punkte, die du beachten solltest:
- Reisen, Training und Krankheit können das Darmgleichgewicht beeinflussen.
- Halte tägliche Routinen so einheitlich und regelmäßig wie möglich. Bring dein eigenes Heu mit, wenn du reist oder an Turnieren teilnimmst.
- Antibiotika sollten mit Bedacht eingesetzt werden.
Zusammenfassung
Das Pferdeverdauungssystem entwickelte sich für eine faserreiche Ernährung mit minimalen Fastenphasen. Gleichmäßige Fütterung, darmfreundliches Management und Stressreduzierung helfen dabei, Hinterdarmprobleme wie Koliken, Kolitis, Gewichtsverlust und Verhaltensänderungen zu verhindern.
Quelle: The Horse Magazine
