Die ersten Anzeichen des Alterns bei Pferden zeigen sich genauso individuell wie beim Menschen. Manche Pferde bleiben bis ins hohe Alter munter und "ewig jung". Andere werden früher langsamer und haben mehr Probleme. Das chronologische Alter kann stark vom tatsächlichen Alterungsprozess abweichen. Normalerweise beginnen Alterserscheinungen bei Pferden zwischen 16 und 18 Jahren. Mit den Jahren treten häufig ein Senkrücken und Muskelabbau auf. Die Augen liegen tiefer in den Höhlen. Die Fellqualität verschlechtert sich, graue Haare kommen dazu. Die Bewegungen werden steifer. Auch die Zähne können älteren Pferden Schwierigkeiten bereiten. Neben abwechslungsreicher Beschäftigung und regelmäßiger Bewegung hat die Ernährung einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden und den Erhalt der Leistungsfähigkeit.
Pferde werden heute älter als früher. Deshalb ist es wichtig, die besonderen Bedürfnisse und das Wohlbefinden alter Pferde im Blick zu behalten. Mit dem Alter verlangsamen sich Stoffwechsel und Darmfunktion. Die Darmflora wird schwächer. Besonders die Verdauung und Nährstoffaufnahme lassen nach. Wenn das Futter nicht mehr so gut verwertet wird, verschlechtern sich oft Körper- und Muskelzustand im Vergleich zu früher. Ältere Pferde brauchen daher oft zusätzliche Nährstoffe, damit das Skelett nicht brüchig wird und die Muskeln nicht vorzeitig schwinden.
Gewichtsverlust lässt sich mit hochwertigem, blattreichem Heu vermeiden. Gutes Heu enthält genauso viele Blätter wie Stiele und hat eine blassgrüne Farbe. Ein älteres Pferd mag meist kein grobes, stieliges Heu fressen, das typischerweise auch weniger nährstoffreich ist. Die Verdauung alter Pferde baut Rohfaser weniger effizient ab als die junger Pferde. Die Rohfaserverdaulichkeit ist deshalb ein wichtiger Faktor für Senioren. Hochwertiges, hygienisches Silofutter kann für Pferde mit schlechten Zähnen schmackhafter und leichter zu kauen sein als stieliges Trockenheu. Der Zahnzustand sollte bei älteren Pferden regelmäßig kontrolliert werden.
Was bei der Seniorenfütterung zu beachten ist
Besonders außerhalb der Weidezeit lohnt es sich, Senioren vitaminreiche Kräuter und allgemein konditionsfördernde Kräuter anzubieten. Sie steigern die Aufmerksamkeit und helfen beim Erhalt der Körperfunktionen. Vitamine und Mineralstoffe können die Leistung verbessern und die Lebensqualität eines Pferdes deutlich steigern. Vitamine und Spurenelemente sollten aus möglichst bioverfügbaren Quellen stammen. Die Vitamine A, C, D und E sowie Zink, Selen und Magnesium sind für das alternde Pferd wichtig. Provitamin A bekommst du zum Beispiel aus Karotten. Vitamin C findest du in Hagebutten, Sanddorn, Brennnesseln und Löwenzahnblättern. Vitamin E wird in seiner natürlichen Form am besten aufgenommen – schon eine kleine Menge kann ausreichen. Vitamin E ist ein starkes Antioxidans. Antioxidantien helfen nachweislich bei Altersbeschwerden. B-Vitamine sind gut für Muskeln und Verdauung.
Pflanzenöle eignen sich gut als zusätzliche Energiequellen. Dazu gehören Hanf- und Leinöl sowie Raps- und Sonnenblumenöl. Hanf ist eine gute Ergänzung für Seniorenpferde, besonders in leichter verdaulicher Schrotform. Er enthält viele verdauungsfördernde Ballaststoffe, wichtige Omega-Fettsäuren und hochwertiges Protein. Die Nahrung eines Seniorenpferdes sollte mindestens 12 % Protein enthalten, sogar 14–16 %. Der Körper älterer Pferde braucht mehr Protein, um die Muskeln in gutem Zustand zu halten. Spirulina und Hanfprotein-Pellets sind zum Beispiel gute Proteinquellen. Omega-Fettsäuren stärken das Immunsystem und wirken gegen niedriggradige Entzündungen im Körper.

Die häufigsten Probleme bei älteren Pferden
Wenn ein älteres Pferd trotz angemessener Fütterung kein ausreichendes Körpergewicht und keine Muskelmasse halten kann, sollten Zähne und Parasitenstatus untersucht werden. Blutuntersuchungen können chronische Infektionen oder Leber- und Nierenfunktionsstörungen aufdecken, die oft mit dem Alter zusammenhängen. Alte Pferde haben möglicherweise auch Malabsorption oder andere Verdauungsstörungen. Um Koliken vorzubeugen, ist ausreichendes Trinken wichtig.
Zur Checkliste für ältere Pferde gehören auch regelmäßige tierärztliche Untersuchungen. Das Ziel ist es, altersbedingte Krankheiten so früh wie möglich zu erkennen.
Mit dem Alter und den gesammelten Kilometern entwickeln die Gelenke Verschleiß, der Steifheit, Lahmheit und Arthrose verursachen kann. Für ein alterndes Pferd ist kontinuierliche, kleine Bewegung wichtig. Das bedeutet einen ausreichend großen Paddock und regelmäßiges Training. Für Gelenkprobleme gibt es verschiedene Ergänzungsmittel. Die häufigsten sind Glucosamin, Chondroitinsulfat, MSM, Kollagene, Hyaluronsäure und Omega-Fettsäuren. Sie können die Knorpelerneuerung und Gelenkflüssigkeitsproduktion unterstützen und so das Gelenkwohlbefinden erhalten. Auch Hagebutten haben sich als hilfreich bei Gelenkproblemen erwiesen.
Bei älteren Pferden ist PPID (Cushing-Syndrom) häufiger geworden. Zu den Symptomen gehören ein langes Fell, das nicht richtig in das Sommerfell wechselt, Muskelabbau besonders am Rücken und der Oberlinie, eine stumpfe oder apathische Haltung und Hufrehe. Beim Füttern dieser Pferde ist es wichtig, große Mengen Kohlenhydrate zu vermeiden. Besonders die Zucker- und Stärkeaufnahme sollte überwacht werden.
Ein typisches Problem bei älteren Pferden ist auch die nachlassende Nierenfunktion. In diesen Fällen
