Äußere und innere Faktoren beeinflussen die Hufgesundheit Pferde
Welche Ernährung unterstützt das Wachstum starker, gesunder Hufe?
Die Ernährung beeinflusst den gesamten Pferdekörper: von Leistung und Stimmung bis hin zu Wachstum und Stoffwechsel. Hufe sind keine Ausnahme. Ein komplett neuer Huf braucht bis zu einem Jahr zum Wachsen. Das bedeutet: Was dein Pferd heute frisst, kann seine Gesundheit weit in die Zukunft beeinflussen.
Das Rezept für starke, gesunde Hufe
Die Pferdeernährung spielt eine wichtige Rolle für die Qualität und Haltbarkeit des Hornmaterials, das den Huf bildet. Pferde brauchen bestimmte Nährstoffe in bestimmten Mengen und Verhältnissen, um starke Hufe zu entwickeln und zu erhalten. Die Ernährung allein reicht jedoch nicht aus, denn viele andere Faktoren beeinflussen ebenfalls die Hufe. Hufpflege, Bewegung, Stoffwechsel, Beschlag, allgemeiner Gesundheitszustand, Genetik, Paddockboden und Klima (besonders Feuchtigkeit) können alle beeinflussen, wie die Hufe eines Pferdes aussehen und wie stark sie sind – und das nicht immer positiv. Der wichtigste Punkt: Hufgesundheit erfordert einen umfassenden Ansatz, der das ganze Pferd betrachtet.
Hufe zeigen den Gesundheits- und Ernährungszustand des Pferdes
Wenn du genau hinschaust, siehst du bei manchen Pferden waagerechte Rillen, die rund um die Hufwand verlaufen. Diese Wachstumsringe zeigen, wie die Hufe auf die Ernährung und Gesundheit des Pferdes über die Zeit reagiert haben. Ringe können nach einer Krankheitsperiode auftreten oder Veränderungen in der Ernährung widerspiegeln – zum Beispiel, wenn das Pferd anfängt, frisches Frühjahrsgras zu fressen oder unter unzureichender Ernährung leidet. Die regelmäßige Beobachtung der Hufe deines Pferdes kann helfen, mögliche ernährungs- oder gesundheitsbedingte Probleme zu erkennen.
Der Huf wächst langsam, weniger als einen Zentimeter pro Monat. Diese langsame Wachstumsrate bedeutet, dass es Monate dauert, bis sich der aktuelle Gesundheits- und Ernährungszustand des Pferdes in den Hufen zeigt. Manchmal kann es mehr als ein Jahr dauern, bis sichtbare Veränderungen auftreten. Deshalb solltest du bedenken: Die Vorteile hufunterstützender Futtermittel werden meist erst nach Monaten konkret sichtbar. Geduld ist nötig.
Das Rezept für gesunde Hufe: Nährstoffe, die starke Hufe aufbauen
Energie: Das Wachstum starker, haltbarer Hufe basiert auf ausreichender Energiezufuhr. Deshalb ist es wichtig, dass das Pferd genug Energie aus seiner Ernährung erhält. Das ist meist kein Problem – oft ist eher das Gegenteil der Fall. Ein Pferd, das mehr Energie verbraucht als es aufnimmt, spart wertvolle Nährstoffe für lebenswichtige Organe und Körperfunktionen. In dieser Situation erhalten äußere Strukturen wie Hufe und Haare weniger. Balance ist der wichtigste Faktor.
Wenn die Pferdeernährung zu viel Energie und zu viele strukturlose Kohlenhydrate, Stärke und Zucker enthält, steigt das Risiko für Hufrehe. Das Gleiche gilt für übergewichtige Pferde. Übergewicht erhöht die Wahrscheinlichkeit von Stoffwechselstörungen, die ebenfalls zu Hufrehe oder metabolischem Syndrom führen können.
Proteine: Die richtige Proteinaufnahme hat einen entscheidenden Einfluss auf die Hufgesundheit. Das liegt hauptsächlich daran, dass Hufmaterial aus einem unlöslichen Protein namens Keratin besteht. Keratin ist wichtig für die Stärke, Härte und Elastizität des Hufs. Wie alle Proteine besteht Keratin aus Aminosäuren, die das Pferd nutzt, um verschiedene Gewebe im Körper aufzubauen und zu erhalten. Der Huf enthält von Natur aus bestimmte Aminosäuren, die für die richtige Struktur und Funktion sorgen. Dazu gehören Cystin, Arginin, Leucin, Lysin, Prolin, Serin, Glycin und Valin sowie kleinere Mengen von Methionin, Phenylalanin und Histidin.
Deshalb ist es wichtig, dass die Ernährung alle 10 essentiellen Aminosäuren enthält. Wenn du nur bestimmte Aminosäuren hinzufügst, kann das zu einem Proteinungleichgewicht führen. Was bestimmte Aminosäuren "essentiell" macht, ist die Unfähigkeit des Körpers, genug davon selbst zu produzieren. Deshalb muss das Pferd sie über die Nahrung aufnehmen.
Auch bei Proteinen ist Maß wichtig. Zu viel Protein kann schädlich sein, besonders bei heißem Wetter, weil die Proteinverdauung zusätzliche Körperwärme erzeugt und den Wasserbedarf erhöht. Das kann bei Sportpferden problematisch sein, die bei heißen Bedingungen reisen und trainieren. Sportpferde sind bereits anfälliger für Dehydrierung und Hitzestress. Außerdem belastet die Verdauung überschüssiger Proteine die Nieren. Das ist besonders bei älteren Pferden zu beachten.
Fette: Fette allein verbessern die Hufqualität nicht. Aber Fette helfen dabei, eine ausreichende Energiezufuhr sicherzustellen und unterstützen so indirekt die Hufgesundheit. Die Fütterung von Fetten hilft auch dabei, Bakterien und Pilze von den Hufen fernzuhalten. In moderaten Mengen ist Fett eine sichere und effiziente Energiequelle für die meisten Pferde. Du kannst es auch verwenden, um stärkereiche Getreide zu ersetzen und trotzdem eine ausreichende Energiezufuhr zu sichern.
Biotin Pferde: Ernährungsexperten betrachten Vitamin B7, Biotin, als das wichtigste Vitamin für die Hufgesundheit. Biotin enthält Schwefel, ein Element, das die Stärke der Verbindungen zwischen Kollagenfasern im Bindegewebe fördert, einschließlich der Huf
