Bei der Mineralstoffversorgung deines Pferdes geht es nicht nur um die Mengen – Mineralien Pferde beeinflussen sich auch gegenseitig in ihrer Aufnahme, Bioverfügbarkeit und Funktion. Zu viel oder zu wenig von einem Mineralstoff kann die Aufnahme anderer Mineralien stören oder Ungleichgewichte im Stoffwechsel verursachen. Deshalb solltest du die Mineralstoffbalance deines Pferdes immer als Ganzes betrachten.
Häufige Wechselwirkungen
Calcium (Ca) und Phosphor (P)
- Diese Mineralien arbeiten zusammen beim Knochenaufbau, aber das richtige Verhältnis ist entscheidend:
- Das empfohlene Ca:P-Verhältnis liegt bei etwa 1,5–2:1.
- Überschüssiges Calcium kann die Phosphoraufnahme reduzieren und umgekehrt.
- Ungleichgewichte können Wachstumsstörungen oder eine Schwächung des Skeletts verursachen.
Calcium und Magnesium (Mg)
- Magnesium ist ein wichtiges Gegengewicht zu Calcium im Nervensystem und in der Muskulatur.
- Eine hohe Calciumzufuhr kann die Magnesiumaufnahme verringern, was zu Muskelverspannungen oder Nervosität führen kann.
Zink (Zn) und Kupfer (Cu)
- Zink und Kupfer konkurrieren um dieselben Transportwege im Darm.
- Wenn Zink deutlich höher dosiert ist als Kupfer (z.B. ein Verhältnis über 5:1), kann die Kupferaufnahme erheblich reduziert werden.
- Das empfohlene Zn:Cu-Verhältnis liegt oft bei 4:1–5:1.
Eisen (Fe)
- Eisen konkurriert mit Zink, Kupfer und Mangan um die Aufnahme.
- Überschüssiges Eisen kann die Verwertung dieser Spurenelemente reduzieren und zu Mangelerscheinungen führen, auch wenn die Fütterung ausreichend erscheint.
- Kupfermangel kann zu Eisenansammlung in der Leber und sekundärer Anämie führen, weil Eisen nicht effizient verwertet werden kann.
- Umgekehrt kann überschüssiges Eisen die Kupferaufnahme reduzieren, da sie um dieselben Transportwege im Darm konkurrieren.
Weitere wichtige Wechselwirkungen
Selen (Se) und Vitamin E
- Selen arbeitet mit Vitamin E auf Enzymebene zusammen.
- Beide tragen zum antioxidativen Schutz der Zellen bei, und ihre gemeinsame Anwendung unterstützt Leistung und Immunsystem.
- Ein Mangel an einem erhöht den Bedarf für das andere.
Mangan (Mn), Zink (Zn) und Kupfer (Cu)
- Alle drei sind wichtig für die Gesundheit von Bindegewebe, Knochen und Gelenken.
- Sie konkurrieren teilweise um die Aufnahme, deshalb ist Balance entscheidend – besonders bei wachsenden Pferden.
Chelate und chelatierte Formen
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Chelatierte Mineralstoffformen (z.B. Proteinchelate) werden oft effizienter aufgenommen und sind weniger empfindlich gegenüber Antagonismus – also der schädlichen Wirkung einer Substanz auf die Aufnahme, Verwertung oder Funktion einer anderen im Körper.
- Dies kann eine bessere Verwertung gewährleisten, besonders in Situationen, wo Mineralien miteinander konkurrieren.
Mineralien und Wechselwirkungen
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