Lecithin- and Pectin-Based Supplements in the Treatment of Equine Gastric Ulcers

Lecithin- und Pektin-basierte Nahrungsergänzungsmittel bei der Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die Vorteile verschiedener Nahrungsergänzungsmittel – besonders Pektin und Lecithin – beim Schutz der gesunden Magen- und Darmschleimhäute stark gewachsen. Lecithin und Pektin können Magensäure puffern, die Schleimhaut des Verdauungstrakts schützen und den pH-Wert im Magen erhöhen. Medizinische Behandlungen heilen Geschwüre erfolgreich, sie können jedoch das Risiko eines Rückfalls nach Behandlungsende nicht ausschließen. Natürliche Nahrungsergänzungsmittel sind daher empfehlenswert, da sie die natürliche Biologie des Pferdes unterstützen, die Geschwürheilung fördern und die Schutzbarriere der Darmschleimhaut erhalten.

Magengeschwüre sind ein häufiges Problem bei Pferden. Sie betreffen nicht nur Sportpferde, sondern auch Freizeit- und Begleitpferde. Der Verdauungstrakt des Pferdes – besonders der Magen – ist an das Grasen und die kontinuierliche Verdauung von Futter angepasst.

Der Pferdemagen teilt sich in zwei Bereiche: den Plattenepithelbereich und den Drüsenbereich. Diese Bereiche unterscheiden sich strukturell und funktional. Der hellere Plattenepithelbereich hat eine hautähnliche, einfache Oberfläche und dient hauptsächlich als Futterspeicher. Diesem Bereich fehlt eine schützende Schleimschicht. Der natürlich dunklere Drüsenbereich ist dagegen hochaktiv. Seine Schleimhaut produziert Salzsäure, andere Verdauungsflüssigkeiten und Schleim. Der Schleim schützt die Magenwand vor der ätzenden Wirkung der Magensäure. Salzsäure wird im Pferdemagen kontinuierlich ausgeschüttet – nicht nur während der Fütterung oder bei vollem Magen. Futtermaterial und Speichel puffern die Säure natürlich. Geschwüre können in beiden Bereichen oder in beiden gleichzeitig entstehen. Derzeit ist die wirksamste medizinische Behandlung meist der Protonenpumpenhemmer Omeprazol oder eine Kombinationstherapie mit Sucralfat.

Pektin und Lecithin – natürliche "Schutzschichten"

Pektin ist ein wasserlöslicher Ballaststoff aus den Zellwänden von Früchten, Knollen und Pflanzenstängeln. Bei niedrigem pH-Wert bildet Pektin eine gelartige Lösung, die hilft, Magensäure zu puffern. Pektin ist ein Ballaststoff mit prebiotischen Eigenschaften und wird weithin in der Lebensmittelproduktion für gelartige Texturen verwendet.

Lecithin ist ein natürlich vorkommendes Phospholipid in den Zellmembranen von Tieren und Pflanzen, meist aus Sojabohnen gewonnen. Chemisch bestehen Phospholipide hauptsächlich aus Fettsäuren (Omega-6 und Omega-3), die an Glycerolenden gebunden sind, wodurch sie wasserabweisend werden.

Welche Vorteile bieten diese Verbindungen dem Pferd? Wie erwähnt bildet Pektin unter sauren Bedingungen ein Gel und bindet Gallensäuren im Magen. Das erhöht die Pufferkapazität der Magensäure (macht sie weniger sauer) und schafft eine schleimhautähnliche Schutzschicht im Drüsenbereich. Lecithin hilft dabei, die natürliche Phospholipidschicht des Magens zu stabilisieren. In saurer Umgebung zerfällt Lecithin in eine Mischung reaktiver Phospholipide, die eine wasserabweisende Barriere zwischen dem Magenwandgewebe und dem Mageninhalt bilden und die Schleimhaut stärken. Es stößt Magensäure von der Magenwand ab und schützt empfindliches Gewebe. Die Pektin-Lecithin-Kombination verbessert auch die Fettverdaulichkeit, was die Säureproduktion reduzieren kann. Diese Kombination wirkt besonders gut als Schleimhautschutz für Pferde, die verschiedene Schmerzmittel erhalten. Zahlreiche Studien zeigen, dass Lecithin und Pektin großes Potenzial bei der Vorbeugung und Behandlung von Magengeschwüren beim Pferd haben.

Medizinische Behandlung und Nachsorge

Aktuelle medizinische Behandlungen lindern den Zustand des Pferdes in den meisten Fällen. Es ist jedoch sinnvoll, nach der Medikation eine langfristige Lösung zu bedenken, um die Behandlungsvorteile zu maximieren, die empfindliche Darmumgebung zu unterstützen und eine ordnungsgemäße Verdauungsfunktion sicherzustellen. Das Ziel ist, ein Wiederauftreten von Geschwüren zu verhindern.

Obwohl Omeprazol wirksam ist, wird eine langfristige Anwendung nicht empfohlen. Warum? Erstens unterdrückt es die Magensäureproduktion fast vollständig. Magensäure sollte nicht nur als schädlich betrachtet werden – sie erfüllt mehrere wichtige Rollen. Ohne ausreichend Magensäure können Pferde an Proteinmangel leiden, was zu Muskelverlust, beeinträchtigter Immunfunktion, schlechter Verdauung oder hormonellem Ungleichgewicht führt. Magensäure ist auch die erste Verteidigungslinie des Pferdes gegen schädliche Mikroben aus der Umgebung. Omeprazol hemmt auch die Aufnahme von Kalzium, Magnesium und anderen Mineralien, was Stoffwechselwege und Skelettgesundheit beeinträchtigen kann. Daher eignet sich Omeprazol am besten als kurzfristige Erstbehandlung, mit Lecithin-Pektin-Ergänzung als längerfristige Nachsorge.

Begünstigende Faktoren

Die genaue Ursache von Magengeschwüren lässt sich nicht immer identifizieren, aber mehrere Faktoren können das Risiko erhöhen:

  • Unregelmäßige Fütterungszeiten und lange Intervalle zwischen den Mahlzeiten. Das Geschwürrisiko steigt, wenn der Magen länger als sechs Stunden leer ist.
  • Futterzusammensetzung, besonders getreide- oder stärkereiche Diäten, die den Säuregehalt des Verdauungstrakts erhöhen.
  • Intensives Training und Wettkämpfe.
  • Sozialer Stress, wie Umzug, Stallwechsel oder Herdendynamik.

Symptome von Magengeschwüren sollten ernst genommen werden. Studien deuten darauf hin, dass bis zu etwa 90% der Rennpferde, 60% der aktiv genutzten

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