Die Qualität der Stallluft spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Fähigkeit der Lunge, Sauerstoff aufzunehmen. Je schlechter die Belüftung, desto länger bleiben Viren, Bakterien und Staubpartikel in der Stallluft schweben. Schimmelsporen – hauptsächlich aus Heu und Einstreu – sind besonders gefährlich für die Pferdelunge. Im schlimmsten Fall kann eine längere Exposition gegenüber schlechter Stallluft und Schimmelstaub die Funktion der Lungenbläschen vermindern oder zerstören. In schweren Fällen kann dies zu chronischen Atemwegserkrankungen führen, die als Dämpfigkeit oder Pferdeasthma bekannt sind.
In Finnland und anderen nordischen Ländern entstehen Herausforderungen bei der Stallbelüftung Pferd durch die starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen unseres Klimas. Die schlechteste Umgebung für ein Pferd ist ein heißer und feuchter Stall. In extremen Fällen werden Pferde in Ställen gehalten, wo die Temperaturen auf fast 20°C ansteigen und alle Ritzen abgedichtet sind, um Zugluft zu verhindern. Zugluft ist kein Problem für ein Tier, das für das Leben im Freien geschaffen wurde. Stehende Luft ist das Problem. Lufteinlässe können überraschend groß sein, bevor sie schädliche Zugluft verursachen. Schlechte Stallluft bietet dagegen ideale Bedingungen für Viren, Staub, Schimmel und Pilzsporen. Bei sehr schlechten Luftbedingungen kann ein allergisches Pferd schon in einem einzigen Winter Dämpfigkeit entwickeln.
Um die Atemfunktion zu schützen, sollten Pferde das ganze Jahr über und rund um die Uhr eine stetige Zufuhr frischer Luft erhalten. Im Winter darf der Stall nicht einfrieren, und kalte, feuchte Frühlings- und Herbstbedingungen sind oft besonders herausfordernd für die Belüftungsleistung. Dies ist problematisch, weil die Belüftung gerade bei feuchtem Wetter am besten funktionieren sollte, um zu verhindern, dass die Innenraumfeuchtigkeit zu hoch ansteigt. Tagsüber werden Stalltüren oft geöffnet, und die Luftqualität scheint ausreichend. Zu oft wird dies jedoch nachts vergessen. Aus diesem Grund gibt die Morgenluft im Stall den besten Hinweis darauf, wie gut die Belüftung tatsächlich funktioniert.
Die Basis ist Sauerstoff und häufiger Luftwechsel
Die Sauerstoffaufnahmekapazität des Pferdes ist außergewöhnlich im Tierreich. Dank eines effizienten Atmungssystems ist das Pferd sowohl schnell als auch ausdauernd. Muskelarbeit benötigt Sauerstoff. Jeder Faktor, der die Sauerstoffversorgung der Muskeln einschränkt, wirkt sich direkt auf die Leistung aus. In Ruhe verbraucht ein Pferd etwa 80.000 Liter Luft pro Tag. Während einer 1,5-stündigen Trainingseinheit benötigt es 40.000–50.000 Liter Luft.
Atemgesundheit und -funktion sind daher Voraussetzungen für sportliche Leistung. Deshalb ist die Qualität der Luft, die ein Pferd im Stall atmet, so wichtig für Wohlbefinden und Leistung.
Gesetzlich sind die Mindestanforderungen an die Belüftung von Ställen wie folgt definiert:
"Die Belüftung in Tierhaltungsanlagen muss sicherstellen, dass Feuchtigkeit, Staubwerte und schädliche Gaskonzentrationen nicht auf schädliche Werte ansteigen. Die Temperatur und Beleuchtung in Tierhaltungsanlagen müssen für das gehaltene Pferd geeignet sein."
Diese Mindeststandards definieren jedoch nur das niedrigste akzeptable Niveau und garantieren keine effektive Belüftung.
Damit die Belüftung als effektiv gilt, sollte die Stallluft etwa viermal pro Stunde im Frühling und Herbst und bis zu zehnmal pro Stunde im Sommer ausgetauscht werden. Der Mindestbelüftungsbedarf pro Pferd beträgt 80–100 m³ pro Stunde. Wenn der Stall beengt ist, muss die Belüftung entsprechend stärker sein. Bei unzureichendem Luftwechsel bleiben Heu- und Einstreustaub, Mistgase, Verunreinigungen und Krankheitserreger in der Luft. Feuchtigkeit aus der Atmung der Pferde sammelt sich ebenfalls an. Wenn die Luft nicht zirkuliert, steigt die relative Luftfeuchtigkeit zu hoch an und schafft ideale Bedingungen für Viren – Bedingungen, die selbst ein starkes Immunsystem nicht überwinden kann. Warme, feuchte Stallluft ermöglicht es Viren, mehrere Tage zu überleben. Stehende Feuchtigkeit sammelt sich auch in Gebäudestrukturen an und erhöht das Risiko von Schimmel und Fäulnis erheblich, was die Luftqualität weiter verschlechtert. Die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit garantiert Schimmel- und Pilzwachstum und schadet der Atemgesundheit der Pferde. Die empfohlene maximale Stallfeuchtigkeit liegt bei 60–65%. Die empfohlene Stalltemperatur beträgt +6 bis +10°C und sollte auch bei starkem Frost mindestens +3°C betragen.
Natürliche oder mechanische Belüftung?
Die Stallbelüftung kann entweder mechanisch oder durch natürliche (schwerkraftbasierte) Belüftung erfolgen. Die natürliche Belüftung beruht auf Unterschieden in der Dichte der Innen- und Außenluft sowie Höhenunterschieden zwischen Lufteinlässen und -auslässen, die Unterdruck erzeugen. Die mechanische Belüftung verwendet Abluftventilatoren, um Luft zu entfernen. Unabhängig vom verwendeten System ist der wichtigste Faktor, dass es genügend Lufteinlässe im Verhältnis zu Abluftöffnungen gibt. Die gesamte Einlassfläche sollte 2–3 Mal größer sein als die Abluftfläche.
Leider funktioniert die natürliche Belüftung in Ställen selten gut. Sie funktioniert am besten, wenn es einen großen Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft gibt – im Wesentlichen, wenn es draußen friert. Im Herbst und Frühling, wenn die Temperaturunterschiede minimal sind, hat die natürliche Belüftung oft Probleme. Sie funktioniert am besten in kleinen Ställen mit einem großen Luftvolumen im Verhältnis zur Anzahl der Pferde und hohen Decken. In größeren Ställen oder älteren Gebä
