Warum Selen für das Wohlbefinden und die Leistung des Pferdes unverzichtbar ist
Selen ist ein wichtiges Spurenelement für Pferde – ohne dieses kann der Körper nicht normal funktionieren. Ein Pferd benötigt Selen nur in sehr kleinen Mengen, doch seine Bedeutung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit ist zentral. Selen wirkt im Pferdekörper vor allem als Teil des antioxidativen Abwehrsystems. Es ist wesentlich für die Aktivität des Enzyms Glutathionperoxidase, das Zellen vor oxidativem Stress schützt und Schäden an Muskelzellen während der Belastung reduziert. Selen arbeitet im Zusammenspiel mit Vitamin E und unterstützt den normalen Muskelstoffwechsel sowie die Regeneration des Pferdes nach dem Training. Es ist auch wichtig für die Fortpflanzungsgesundheit von Zuchttieren.
Ein Selen Pferd Mangel zeigt sich oft besonders deutlich in der Muskulatur: Das Pferd kann sich steif, wund oder müde anfühlen, und seine Leistung entspricht möglicherweise nicht dem gewohnten Niveau. In schweren Fällen kann ein Mangel bei Fohlen und Jungpferden die sogenannte Weißmuskelkrankheit verursachen, bei der Muskelgewebe geschädigt wird und auch der Herzmuskel betroffen sein kann.
Immunabwehr
Eine ausreichende Selenversorgung ist wichtig für ein funktionierendes Immunsystem. Ein Mangel kann die Widerstandskraft schwächen, wodurch das Pferd leichter krank wird und langsamer genest. Selen ist auch am Stoffwechsel der Schilddrüsenhormone beteiligt, was die gesamte Energiebilanz des Körpers beeinflusst. Auch die Fortpflanzungsgesundheit kann leiden: Studien haben Verbindungen zwischen Selenmangel und Geburtsproblemen, Störungen des Fötuswachstums sowie Fruchtbarkeitsproblemen gefunden.
Mangel
Symptome eines Selenmangels können schwer zu erkennen sein, da sie sich oft allmählich entwickeln und meist unspezifisch sind. Der Besitzer kann bemerken, dass das Pferd weniger bewegungsfreudig ist, langsamer als gewöhnlich regeneriert oder dass das Fell seinen Glanz verliert. Manchmal lassen sich die Anzeichen leicht mit anderen Ursachen verwechseln, weshalb die zuverlässigste Methode zur Bestimmung des Selenstatus eine Blutuntersuchung ist. Die Selenzkonzentration im Vollblut oder die Glutathionperoxidase-Aktivität sind die verlässlichsten Indikatoren für die Selenreserven des Pferdes. Eine Futteranalyse gibt auch Hinweise darauf, wie viel Selen das Pferd über seine Ernährung erhält.
In den nordischen Ländern ist der Bedarf besonders wichtig
In den nordischen Ländern ist eine Selenergänzung besonders wichtig, da die Böden der Region von Natur aus selenarm sind. Dies spiegelt sich in den Selenkonzentrationen der Futterpflanzen und somit in der Pferdeernährung wider. In Finnland wurde das Problem durch die Zugabe von Selen zu Düngemitteln angegangen, doch in der Praxis reicht die Ernährung vieler Pferde ohne Nahrungsergänzung noch immer nicht aus. Aus diesem Grund ist ein Selenzusatz für viele Pferde Teil der täglichen Fütterung – besonders wenn das Futter aus selenarmen Gebieten stammt.
Man muss jedoch wissen, dass Selen einen schmalen Sicherheitsspielraum hat: Zu viel kann genauso gefährlich sein und zu Vergiftungserscheinungen führen. Selen sollte daher niemals überdosiert werden. Überschüssiges Selen kann Haarausfall, Hufschäden und sogar lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen. Deshalb ist es wichtig, den Selengehalt der gesamten Ernährung zu bewerten und alle Quellen wie Mineralfutter, Kraftfutter und Nahrungsergänzungsmittel zu berücksichtigen.
Nach LNRC-Empfehlungen benötigt ein 500 kg schweres Pferd täglich mindestens etwa ein Milligramm Selen, und bei schwerer Arbeitsbelastung oder Trächtigkeit kann der Bedarf 2–3 Milligramm betragen.
Fortpflanzungsgesundheit
Verschiedene Studien haben gezeigt, dass Selenmangel sowohl Stuten als auch Hengste beeinträchtigen kann. Bei Stuten kann ein niedriger Selenstatus zu schlechten Befruchtungsraten, Entwicklungsstörungen des Fötus und Problemen beim Abfohlen führen. Selen unterstützt den normalen Stoffwechsel im Plazenta- und Gebärmuttergewebe, und ein Mangel kann das Risiko für Probleme wie vorzeitige Plazentalösung oder schlechte Fohlen-Vitalität nach der Geburt erhöhen. Fohlen von selenmangelhaften Stuten können mit Muskelschwäche geboren werden oder für ein Weißmuskelkrankheit-ähnliches Syndrom anfällig sein.
Eine Stute mit ausreichender Selenversorgung regeneriert besser, und das Fohlen hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, kräftig geboren zu werden, mit gutem Muskeltonus und normalem Saugreflex. Selen unterstützt die Muskel- und Herzfunktion sowie die Immunabwehr des neugeborenen Fohlens. Eine Stute, die ausreichend Selen erhalten hat, wird auch genügend Selen in ihrer Milch haben, um den Bedarf des Fohlens zu decken, sodass das Fohlen dieses wichtige Spurenelement sofort zu Beginn seines Lebens erhält.
Bei Hengsten unterstützt Selen die Spermienbildung und -qualität. Selenabhängige Enzyme schützen Spermien vor oxidativem Stress, was Beweglichkeit und Lebensfähigkeit fördert. Ein Mangel kann die Samenqualität reduzieren und dadurch die Zuchtleistung verringern.
Organisches vs. anorganisches Selen
Organisches Selen, wie Selenhefe, enthält Selen hauptsächlich an eine Aminosäure in Form von Selenomethionin gebunden. Diese Form wird aus dem Darm auf dieselbe Weise wie gewöhnliche Aminosäuren aufgenommen und effektiver im Körper gespeichert – beispielsweise in Muskeln und Leber. Wenn der Körper Selen benötigt, kann er flexibel auf diese Reserven zurückgreifen.
Anorganische Formen wie Natriumselenit oder Selenat werden weniger effizient aufgenommen und zirkulieren nur begrenzte Zeit im Blut. Sie können nicht auf dieselbe Weise wie Aminosäuren gespeichert werden, daher ist ihre Wirkung kurzfristiger und weniger effizient.
Studien haben gezeigt
