Die Gesundheit der Gelenke ist für jeden Hund wichtig, egal welcher Rasse er angehört oder wofür er eingesetzt wird. Arthrose ist die häufigste Ursache für Lahmheiten beim Hund. Man schätzt, dass jeder fünfte Hund im Laufe seines Lebens Schmerzen durch degenerative Gelenkerkrankungen erleidet. Bleiben Schmerzen und Lahmheit bestehen, verschlechtern sie die Lebensqualität erheblich und schränken die täglichen Aktivitäten ein. Unbehandelte Lahmheit über längere Zeit kann auch die Prognose negativ beeinflussen.
Der Arthrose geht oft eine leichte Gelenkentzündung voraus. Eine Behandlung während der Entzündungsphase ist sehr zu empfehlen, da sich die Degeneration nicht mehr rückgängig machen lässt, sobald sie zur Arthrose fortgeschritten ist. Gelenkentzündungen können durch Überlastung oder Verletzungen entstehen. Sie können sich nach Verletzungen wie starken Stößen, Knochenbrüchen oder Bänderschäden entwickeln. Auch übermäßige oder ungeeignete mechanische Belastung kann dazu beitragen.
Gelenkentzündung als Vorstufe zur Arthrose
Bakterielle Gelenkentzündungen können durch Wunden am Gelenk, nicht-sterile Gelenkinjektionen oder Infektionen an anderen Körperstellen entstehen. Zu den Symptomen gehören nachlassende Leistung, Lahmheit, Steifheit, Schwellungen und Wärme im Gelenk. Das Gelenk kann durch vermehrte Gelenkflüssigkeit aufgetrieben erscheinen. Das umliegende Gewebe kann anschwellen und Bewegungseinschränkungen oder Unbehagen beim Beugen können auftreten.
Frühe Entzündungen können schwer erkennbar und schwer zu lokalisieren sein. Anzeichen können Bewegungsunlust, asymmetrische Muskelsteifheit, Haltungsungleichgewicht oder Zähneknirschen sein.
Arthrose ist oft das Ergebnis ungelöster Gelenkentzündungen. Die Entzündung selbst kann wiederum die Folge von Infektionen an anderen Stellen sein. Eine starke Immunabwehr ist daher wichtig. Vom Tierarzt verordnete Medikamente sollten immer wie verschrieben verabreicht und Infektionen vollständig behandelt werden.
Die Degeneration beginnt mit Schäden an der glatten Knorpeloberfläche. Wenn sich der Knorpel abnutzt, wird er dünner und brüchiger. Kleine Erosionen und Risse können entstehen und Gelenkgeräusche verursachen. In fortgeschrittenen Stadien kann der Knorpel vollständig erodieren und den verhärteten subchondralen Knochen freilegen.
Zu den begünstigenden Faktoren gehören strukturelle Schwächen, Fehlstellungen der Gliedmaßen, Übergewicht, ungeeignete Trainingsuntergründe, Verletzungen und das Alter.
Normaler Gelenkknorpel erhält Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit, die durch Bewegung zirkuliert. Daher ist Inaktivität oft die schlechteste Option. Sanfte, regelmäßige Bewegung innerhalb der Schmerzgrenze ist meist die beste Strategie. Bewegung erhält die Muskelkraft und Funktionsfähigkeit.
Nährstoffunterstützung für die Gelenkgesundheit
Die Immunabwehr kann mit Kräutern wie Hagebutte, Sanddorn, Brennnessel und Schafgarbe unterstützt werden.
Geeignete Ernährung soll den Stoffwechsel verbessern, Entzündungen reduzieren, knorpelunterstützende Nährstoffe liefern und Schmerzen lindern. Bestimmte Kräuter können die Nieren- und Stoffwechselaktivität unterstützen. Zu den traditionell mit Gelenkunterstützung verbundenen Kräutern gehören Kamille, Brennnessel, Sellerie, Hagebutte (besonders die Samen), Schafgarbe, Löwenzahnwurzel, Mariendistel, Klettenwurzel, Ringelblume und Artischocke.
Viele Kräuter enthalten von Natur aus Kieselsäure und Schwefel (MSM), die an der Erhaltung des Bindegewebes beteiligt sind. Aminosäuren und Omega-Fettsäuren sind ebenfalls vorteilhaft. Omega-Fettsäuren werden mit entzündungshemmenden Wirkungen in Verbindung gebracht.
Ingwer liefert Cystein und kann Durchblutung und Flüssigkeitshaushalt unterstützen. Er kann zeitweise mit Kurkuma und Süßholzwurzel verwendet werden. Eine ausreichende Vitamin-C-Zufuhr ist wichtig für den Schwefelstoffwechsel. Vitamin E wirkt als starkes Antioxidans.
Schmerzen können mit Kräutern wie Mädesüß, Hagebutte, Boswellia serrata, Teufelskralle, Weide und Kurkuma unterstützt werden.
Glucosamin und Chondroitinsulfat sind häufige Gelenkergänzungen. Diese Verbindungen dienen als Bausteine für Knorpel und Gelenkflüssigkeit.
Gewichtskontrolle ist entscheidend. Übergewicht verstärkt die mechanische Belastung der Gelenke.
Medizinische und physikalische Therapien
Cartrophen und Adequan können den Knorpelstoffwechsel unterstützen.
Hyaluronsäure kann die Gelenkschmierung verbessern.
PRP- und IRAP-Therapien werden manchmal eingesetzt.
Kortikoide reduzieren Entzündungen.
DMSO kann entzündungshemmende Prozesse unterstützen.
Zu den physikalischen Behandlungen gehören Stoßwellentherapie, Elektrotherapie, Lasertherapie, Magnettherapie, Kryotherapie, Massage und Akupunktur.
