Hunde und Ballaststoffe
Der Nährstoffbedarf eines Hundes – Protein, Ballaststoffe, Mineralien und Spurenelemente sowie Vitamine – hängt von Rasse, Alter, Größe, körperlichem Zustand, Energieverbrauch und Gewicht ab. Der Verdauungstrakt eines Hundes ist im Vergleich zum Menschen und vielen anderen pflanzenfressenden Säugetieren relativ kurz. In Bezug auf Stoffwechsel und Nährstoffbedarf wird der Hund daher als Allesfresser eingestuft. Die wichtigsten Energiequellen für Hunde sind Fette und hochwertige Proteine, meist tierischen Ursprungs. Für eine vollständige Ernährung benötigt er zusätzlich Mineralien und Spurenelemente, Vitamine sowie Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6).
Je nach Ernährung kann ein Hund die benötigten Nährstoffe aus verschiedenen Futterquellen beziehen – sowohl pflanzlichen als auch tierischen. Bei der Auswahl von Proteinen ist vor allem die Proteinverdaulichkeit und die Aufnahme aller essenziellen Aminosäuren wichtig, besonders bei der Verwendung pflanzlicher Proteine. Hunde haben einen definierten Nährstoffbedarf für 10 essenzielle Aminosäuren, die sie täglich über die Nahrung aufnehmen müssen.
Ballaststoffe als Unterstützung für nützliche Darmbakterien
Zusätzlich zu den oben genannten Nährstoffen benötigt ein gesunder und vitaler Hund auch Ballaststoffe. Hunde Ballaststoffe unterstützen unter anderem die Magen- und Darmfunktion, die Verdauung und eine gesunde Darmflora. Eine wichtige Rolle von Ballaststoffen im Hundekörper ist auch die Regulierung des Flüssigkeitshaushalts und die Unterstützung einer gesunden Bakterienpopulation im Dickdarm. Ballaststoffe wirken daher als Präbiotikum im Darm – sie dienen als guter Nährboden für nützliche Verdauungsbakterien. Wenn genügend nützliche Darmbakterien vorhanden sind, nehmen sie Raum ein, der sonst schädlichen, krankheitserregenden Bakterien zur Verfügung stehen würde.
Ballaststoffe beeinflussen auch den Kot. Sie absorbieren Flüssigkeit und machen den Kot fester. Weicher Stuhl bei Hunden deutet oft auf eine unzureichende Menge an Ballaststoffen hin. Fester Stuhl ist auch wichtig für die Funktion der Analdrüsen. Normalerweise entleeren sich die Analdrüsen eines Hundes beim Kotabsatz. Ist der Kot zu weich, entsteht möglicherweise nicht genug Druck auf die Drüsen, damit sie sich richtig entleeren. Dies kann zu einem Verschluss der Analdrüsen und der Notwendigkeit einer manuellen Entleerung beim Tierarzt führen. Eine ballaststoffreiche Ernährung unterstützt eine feste Kotkonsistenz und damit die ordnungsgemäße Entleerung der Analdrüsen. Weitere Anzeichen, die auf eine zu geringe Ballaststoffaufnahme hinweisen können, sind Durchfall, Verstopfung, Diabetes, Übergewicht oder Schleim oder Blut im Stuhl.
Verschiedene Ballaststoffquellen – Faustregel: 5 %
Ballaststoffe helfen auch bei der Aufnahme anderer Nährstoffe und beim Erreichen und Aufrechterhalten eines Sättigungsgefühls. Das ist besonders nützlich für Hunde, die übergewichtig sind oder leicht zunehmen. Allgemein ist eine gute Menge an Ballaststoffen etwa 5 % der gesamten Hundeernährung. Hunde, die eine ballaststoffreichere Ernährung benötigen, profitieren von Futter mit einem höheren Ballaststoffgehalt, etwa 6–10 %.
Gute Ballaststoffquellen für Hunde sind Gemüse, Pflanzenfutter, Beeren und verschiedene Samen, Schrote und Kleie, wie gemahlene Chiasamen, Leinschrot oder Hanfschrot. Unter Gemüse und Beeren werden Rote Bete, Karotte, Hagebutte, Sanddorn und Cranberry von vielen Hunden gerne gefressen. Es gibt jedoch recht große Unterschiede in der Verdaulichkeit von Getreide, und es ist ratsam, sie in moderaten Mengen zu halten. Unter den heimischen Getreidesorten sind Hafer, Weizen, Dinkel, Gerste und Roggen am besten verwertbar. Reis ist ebenfalls sehr gut verdaulich. Buchweizen kann bei manchen Hunden Dickdarmreizungen verursachen. Kartoffeln und Mais sind auch gute Kohlenhydratquellen, aber da sie relativ reich an Zucker sind, können sie bei Hunden, die empfindlich auf Hefen reagieren, Probleme verursachen. Weizen wiederum kann Hautprobleme verursachen.
Es gibt verschiedene Arten von Ballaststoffen: unlösliche und lösliche Ballaststoffe. Unlösliche Ballaststoffe werden nicht verdaut, sondern passieren den Darm unverändert. Unlösliche Ballaststoffe regen die sanfte Bewegung der Nahrung durch den Dickdarm an. Sie unterstützen die Kotbildung und -passage und helfen dadurch, Verstopfung zu verhindern. Lösliche Ballaststoffe unterstützen auch den Zucker- und Fettstoffwechsel. Wie der Name schon sagt, lösen sie sich in Wasser auf, bilden eine gelartige Substanz und dienen als Nahrung für Darmbakterien im Verdauungstrakt. Geeignete lösliche Ballaststoffe für Hunde sind Inulin, Fruktane und Pektin.
Die Darmgesundheit ist von entscheidender Bedeutung für die allgemeine Gesundheit, das Wohlbefinden und die Immunabwehr eines Hundes. Aus diesem Grund lohnt es sich, eine gute und vielfältige Bakterienpopulation über die Ernährung zu unterstützen. Eine Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen ist die Basis für das Wohlbefinden des gesamten Körpers.

