Glanzloses Fell beim Pferd? Das solltest du überprüfen
Ein glänzendes, gleichmäßiges und gesund aussehendes Fell spiegelt oft den allgemeinen Zustand eines Pferdes wider. Wird das Fell matt, rau, spröde oder fleckig, dauert der Fellwechsel ungewöhnlich lange oder wächst das neue Fell schlecht nach, kann das viele verschiedene Ursachen haben.
Das Erscheinungsbild des Fells allein verrät nicht, was genau dahintersteckt. Es kann aber ein nützliches Zeichen sein, dass Ernährung, Haltungsbedingungen und Gesundheitszustand des Pferdes insgesamt betrachtet werden sollten.
1. Zu wenig Energie und Protein
Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin, und Keratin ist ein Protein. Deshalb ist eine ausreichende Zufuhr von Protein und vor allem essenzieller Aminosäuren wichtig für ein normales Haarwachstum.
Enthält die Ernährung eines Pferdes zu wenig hochwertiges Protein oder zu wenige Aminosäuren, kann sich das zeigen als:
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verzögerter Fellwechsel
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dünnes oder leblos wirkendes Fell
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schlechte Muskelkondition
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langsame Erholung
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nachlassende Hufqualität
Besonders Lysin, Methionin und Threonin sind Aminosäuren, auf deren ausreichende Versorgung es sich lohnt zu achten.
2. Spurenelement-Mängel oder Ungleichgewichte
Viele Spurenelemente beeinflussen den Zustand von Haut und Fell. Besonders Zink und Kupfer sind für die normale Funktion von Haut, Fell und Pigmentierung wichtig.
Zink wird unter anderem für die Keratinbildung und die Erneuerung der Haut gebraucht. Kupfer ist an der Pigmentbildung und der normalen Funktion des Bindegewebes beteiligt.
Auch das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Spurenelementen spielt eine Rolle. Eine sehr hohe Zufuhr eines Minerals kann beispielsweise die Aufnahme eines anderen verringern.
Die Mineralergänzung sollte deshalb nicht anhand eines einzelnen Nährstoffs beurteilt werden, sondern immer im Zusammenhang mit dem Nährstoffgehalt des Raufutters.
3. Zu wenig Fettsäuren
Fettsäuren aus der Nahrung spielen eine wichtige Rolle für den Zustand von Haut und Fell. Eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren unterstützt vor allem die normale Hautfunktion.
Basiert die Ernährung fast ausschließlich auf getrocknetem oder konserviertem Raufutter, kann die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren niedriger sein als während der Weidezeit.
Gute Omega-3-Quellen für Pferde sind Chiasamen, Leinsamen und Hanfsamen sowie Öle aus diesen Samen.
4. Zu geringe Vitaminversorgung
Mehrere Vitamine sind an der normalen Erneuerung von Haut und Fell beteiligt.
Vitamin E wirkt im Körper als Antioxidans und schützt die Zellen vor oxidativem Stress. Biotin ist vor allem für seine Bedeutung bei der Hufgesundheit bekannt, ist aber auch am normalen Stoffwechsel von Haut und Fell beteiligt.
Frisches Weidegras enthält viel Vitamin E, doch sein Gehalt sinkt beim Trocknen und Lagern von Raufutter erheblich. Deshalb lohnt es sich, die Vitamin-E-Versorgung in der Winterfütterung gesondert zu beurteilen.
5. Der Fellwechsel erhöht den Nährstoffbedarf
Im Frühjahr und Herbst bildet das Pferd viel neues Fell. Das erhöht den Bedarf des Körpers an Nährstoffen wie:
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Aminosäuren
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Zink
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Kupfer
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Vitamin E
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Energie
Ist die Ernährung ohnehin knapp bemessen oder unausgewogen, können Probleme während des Fellwechsels deutlicher sichtbar werden.
6. Darm- und Verdauungsprobleme
Selbst eine gut zusammengestellte Ernährung entfaltet ihre volle Wirkung nicht, wenn das Pferd Nährstoffe nicht normal verwerten kann.
Anhaltende Verdauungsprobleme, Störungen der Darmfunktion oder eine schlechtere Futterausnutzung können sich auch auf den Zustand von Fell und Haut auswirken.
In solchen Fällen lohnt es sich, die Ernährung insgesamt zu betrachten:
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ausreichende Raufutteraufnahme
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gleichmäßige Fütterungszeiten
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genügend Rohfaser
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mäßige Stärke- und Zuckerzufuhr
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ausreichende Wasseraufnahme
7. Parasiten
Sowohl innere als auch äußere Parasiten können den Fellzustand beeinflussen.
Ein hoher Befall mit inneren Parasiten kann die Fähigkeit des Pferdes beeinträchtigen, Nährstoffe zu verwerten. Das kann zu Gewichtsverlust und einem matten oder leblos wirkenden Fell führen.
Äußere Parasiten hingegen können Juckreiz, Scheuern und Stellen mit Haarausfall verursachen.
Der Entwurmungsbedarf sollte anhand von Kotproben und tierärztlicher Beratung beurteilt werden.
8. Hautprobleme und Infektionen
Haarausfall oder ein schlechtes Fell kann manchmal direkt durch ein Hautproblem verursacht werden.
Mögliche Ursachen sind:
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Pilzinfektionen
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bakterielle Infektionen
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äußere Parasiten
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allergische Reaktionen
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anhaltende Feuchtigkeit oder Reibung
Örtlich begrenzter Haarausfall, starker Juckreiz, offene Hautstellen oder Krusten sollten genauer untersucht werden.
9. Hormonelle Veränderungen und Erkrankungen
Ein anhaltend verzögerter Fellwechsel oder ein ungewöhnlich langes und lockiges Fell können auch mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen.
Besonders bei älteren Pferden kann PPID, eine Erkrankung der Hirnanhangsdrüse, den normalen Fellwechsel beeinträchtigen.
Wechselt ein Pferd das Fell nicht normal oder verändert sich sein Fell im Vergleich zu den Vorjahren deutlich, kann eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll sein.
10. Haltung und Umwelteinflüsse
Nicht alle Faktoren, die die Fellqualität beeinflussen, haben mit der Ernährung zu tun.
Das Fell kann auch beeinflusst werden durch:
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anhaltende Nässe
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starkes Schwitzen
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unzureichendes Trocknen
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Schmutz
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scheuernde Decken
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zu häufiges Waschen
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trockene Haut
Auch Stress oder eine länger andauernde Erkrankung kann sich im Zustand des Fells zeigen.
Wo fängst du am besten an?
Sieht das Fell deines Pferdes schlechter aus als gewöhnlich, lohnt es sich, zuerst das große Ganze zu betrachten.
Eine hilfreiche Checkliste für die Pferdefell-Pflege:
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Reicht die Menge und Qualität des Raufutters aus?
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Bekommt das Pferd genug Protein und essenzielle Aminosäuren?
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Stimmt das Mineralstoffgleichgewicht in der Ernährung?
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Ist die Versorgung mit Zink und Kupfer ausreichend?
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Ist die Vitamin-E-Zufuhr ausreichend?
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Bekommt das Pferd genug Omega-3-Fettsäuren?
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Wurde die Parasitensituation überprüft?
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Gibt es Juckreiz, Krusten oder örtlich begrenzten Haarausfall?
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Verläuft der Fellwechsel ungewöhnlich langsam?
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Hat sich der allgemeine Zustand oder das Körpergewicht des Pferdes verändert?
In den meisten Fällen ist es sinnvoller, die gesamte Ernährung und den Gesundheitszustand des Pferdes zu beurteilen, als sich auf ein einzelnes Ergänzungsfuttermittel zu konzentrieren.
Ein gesundes Fell entsteht von innen heraus – durch eine ausreichende Nährstoffversorgung, eine ausgewogene Ernährung und einen normalen Stoffwechsel.
