Eine stärkereiche Fütterung macht Pferde anfällig für Blutzuckerschwankungen
Der Nährstoffbedarf eines Pferdes schwankt stark je nach Arbeitsbelastung und individueller Nährstoffaufnahme. Die Leistungsfähigkeit lässt sich jedoch durch durchdachte Pferdefütterung beeinflussen. In leichteren Trainingsphasen solltest du auch weniger füttern. Wenn du dann bei härterer Arbeit die Energiezufuhr steigerst, zeigt die zusätzliche Energie eine deutliche Wirkung auf die Leistung.
Gesunde, funktionsfähige Muskulatur und normale Muskelfunktion sind die Basis für Leistung. Bei starker Anstrengung können jedoch auch muskelbedingte Probleme auftreten. Schwitzen und Kotabsatz bei intensiver Leistung oder im Wettkampf entziehen dem Pferdekörper Flüssigkeit. Schwankungen im Flüssigkeitshaushalt verursachen Probleme, denn Dehydration verdickt das Blut und schwächt die Durchblutung in den Gefäßen. Dadurch erhält ein Teil der Muskulatur nicht die Stoffe, die für effektive Muskelarbeit nötig sind – Stoffe, die den Muskeln helfen, mit Belastungen zurechtzukommen und sich zu erholen, auch von den Auswirkungen der Milchsäure. Bei Flüssigkeitsverlust wird auch die Ausscheidung von Stoffwechselabbauprodukten aus dem Körper weniger effektiv.
Ausreichende Faseraufnahme ist wichtig für den Flüssigkeitshaushalt des Pferdes. Fasern im Dickdarm binden Wasser für den Körperbedarf. Beispielsweise eignen sich die Fasern im Heu gut, um den Flüssigkeitshaushalt eines Pferdes bei schwerer Arbeit zu unterstützen.
Blutzuckerschwankungen verringern die Leistung
Einer der häufigsten Gründe für Muskelstörungen ist Überfütterung. Eine stärkereiche Ernährung kann die Muskelfunktion beeinträchtigen. Eine konzentratbasierte Fütterung – bei der das Futter größtenteils aus zucker- und stärkereichen Zutaten besteht – bindet erhebliche Wassermengen im Dickdarm. Dieses Wasser wird jedoch nicht in den Körper aufgenommen. Stattdessen schwächt es den Flüssigkeitshaushalt.
Die Stärke in Konzentraten lässt den Blutzucker des Pferdes ansteigen. Solange der Blutzucker erhöht bleibt, ist die Leistung gut. Wenn die Leistungsgrenze erreicht wird, beginnen die Blutzuckerwerte zu sinken. An diesem Punkt beginnt das Pferd, seine Zuckerreserven zu nutzen, und die Leistung nimmt ab. Wenn die Blutzuckerwerte wieder auf ein normales Niveau zurückkehren, erholt sich auch die Leistung relativ schnell.
Ein Turnierpferd füttern und dabei an seine Leistungsgrenze zu bringen, solltest du sorgfältig überdenken. In diesen Situationen sinkt der Blutzucker und das Pferd muss auf seine Zuckerreserven zurückgreifen. Ein Pferd, das 3–5 Stunden vor der Anstrengung Konzentrate erhält, gerät in die „Risizozone". Eine überraschend schlechte Turnierleistung kann tatsächlich durch einen für dieses bestimmte Pferd ungeeigneten Abstand zwischen Fütterung und Wettkampf erklärt werden.
Fette sind hingegen eine relativ leichte Energiequelle für den Körper. Bei ihrer Verbrennung entstehen weniger Stoffwechselabfallprodukte als bei Kohlenhydraten. Wenn Mikroorganismen im Dickdarm Pflanzenfasern abbauen, entstehen energieliefernde Fettsäuren. Fettsäuren, die direkt aus dem Futter gewonnen werden, werden im Körper als Fett gespeichert und helfen auf ihre Weise, den Körper vor schädlichen Abfallprodukten zu schützen. Aus diesem Grund sollte die Sportpferd Ernährung von Turnierpferden und Pferden in harter Arbeit moderate Fettmengen und relativ viele Fasern enthalten.
Bei der Fütterung ist es ratsam, Zutaten zu verwenden, die den Blutzucker nicht unnötig hoch ansteigen lassen, denn die Gegenreaktion ist immer ein ebenso steiler Abfall. Die Vorbereitung auf einen Wettkampf beispielsweise startest du am besten schon einige Tage vor der Veranstaltung mit faserreicher Pferdenahrung, damit das „Aufladen" der Energie des Pferdes über die Aufnahmeprozesse des Dickdarms beginnt. Ein Leistungsfutter mit hohem Fettgehalt und Aminosäuren erhöht die Energiereserven des Körpers und reduziert die Bildung von Abfallprodukten in der Muskulatur.
