The Risk of Colic Increases in Winter

Das Kolikrisiko steigt im Winter

- Januar und Februar führen die Kolikstatistiken an

Kolik Winter Pferd – diese Kombination tritt besonders häufig auf. Kolik entsteht am öftesten im Herbst und während der kältesten Wintermonate. Die Ursache bleibt nicht immer erkennbar oder es liegt eine Vorerkrankung zugrunde, aber der tägliche Umgang – wie Fütterung, Bewegung und ausreichende Wasseraufnahme – kann das Kolikrisiko deutlich senken.

Das Verdauungssystem des Pferdes ist darauf ausgelegt, rund um die Uhr kleine Mengen Gras zu fressen. In den nordischen Ländern ist Weidegang nur während eines relativ kurzen Teils des Jahres möglich. Den Rest der Zeit leben wir in der sogenannten Stallsaison, in der getrocknetes Heu in kontrollierten Mengen gefüttert wird. Auf Paddocks ist die Bewegung – die die Verdauung anregt – meist geringer als während des Weidegangs. Viele Kolikfälle stehen im Zusammenhang mit Veränderungen der Darmflora durch Futterwechsel. Deshalb tritt Kolik – besonders Gaskolik – häufiger im Herbst auf, wenn Pferde vom Weidesystem auf die Paddocksaison umgestellt werden.

Im Winter ist ausreichendes Trinken die größte Herausforderung

Im Winter hängt Kolik meist mit unzureichender Wasseraufnahme zusammen. Pferde trinken weniger kaltes Wasser, was sie für Verstopfungskoliken anfällig macht.

Laut Statistiken der schwedischen Versicherung Agria¹ ist die Anzahl der Kolikfälle im Januar und Februar am höchsten. In diesem Zeitraum werden in Schweden Tausende von Kolikfällen registriert, während die Gesamtzahl für das ganze Jahr bei etwa 4.500 liegt. In Finnland berichtet die OP Pohjola Versicherung², dass zu den häufigsten entschädigten Schadensfällen bei Pferden Kolik und Magengeschwüre gehören, die eine Behandlung erfordern können – oder im schlimmsten Fall zur Einschläferung führen.

Laut Agrias Bericht sind die größten Risikofaktoren reduzierte Bewegung aufgrund kalter Witterung und unzureichende Wasseraufnahme durch schlechten Wasserzugang. Um Winterkolik zu vermeiden, müssen Pferde jederzeit kontinuierlichen Zugang zu sauberem, nicht gefrorenem Wasser haben – auch auf Paddocks. Pferde trinken mehr, wenn das Wasser nicht eiskalt, sondern lauwarm ist. Deshalb kann ein beheizter oder isolierter Wasserbehälter auf dem Paddock eine praktische Lösung gegen das Einfrieren sein.

„Pferde trinken mehr, wenn sie Zugang zu frischem, lauwarmem Wasser haben – und idealerweise sollte es kontinuierlich verfügbar sein. Reduzierte Wasseraufnahme ist ein wichtiger Risikofaktor für Kolik", sagt Tierärztin Anette Graf.

Die Temperatur des angebotenen Wassers beeinflusst, wie viel Pferde bei kaltem Wetter trinken. In einer US-Studie³ erhielten Ponys entweder Wasser aus beheizten Tränken (durchschnittliche Wassertemperatur etwa +19°C) oder aus Behältern, in denen die Wassertemperatur nahe dem Gefrierpunkt lag (nahe 0°C). Die Studie wurde im Januar durchgeführt, als die Lufttemperatur zwischen -20°C und +5°C schwankte. Die Ergebnisse zeigten, dass Ponys täglich etwa 40% mehr warmes Wasser tranken als Wasser nahe dem Gefrierpunkt. Die Ponys tranken durchschnittlich 38% mehr Wasser, wenn zweimal täglich warmes Wasser zu ihren Wasserbehältern hinzugefügt wurde, als wenn das verfügbare Wasser den ganzen Tag über nahe dem Gefrierpunkt blieb. Die Ponys tranken am meisten innerhalb von drei Stunden nach der Fütterung, unabhängig davon, ob das Wasser warm oder kalt war. Basierend auf diesen Erkenntnissen wäre es ratsam, beheizte Tränken in Winterpaddocks zu verwenden – oder warmes Wasser so schnell wie möglich nach der Heufütterung zu anderen Wasserbehältern hinzuzufügen – um die Wasseraufnahme bei kaltem Wetter zu erhöhen.

Im Stall sind Eimer eine gute Option, weil sie es leicht machen zu überwachen, wie viel ein Pferd trinkt. Verschiedene Arten von Mash und eingeweichte Breie oder Suppen sind eine gute Möglichkeit, die Wasseraufnahme zu erhöhen. Ein ruhendes Pferd sollte etwa fünf Liter Wasser pro 100 kg Körpergewicht täglich trinken. Das bedeutet, ein 500 kg schweres Pferd sollte täglich etwa 50 Liter Wasser trinken. Der Wasserbedarf wird von Faktoren wie Menge und Intensität der Bewegung, Größe des Pferdes und Trockensubstanzgehalt des Futters beeinflusst.

So reduzierst du das Risiko:

  • Regelmäßige Fütterungszeiten
  • Kleine Mengen füttern, aufgeteilt auf häufige Mahlzeiten
  • Fütterung an die Arbeitsbelastung anpassen
  • Futterwechsel langsam durchführen
  • Hygienisches, hochwertiges Futter verwenden
  • Tägliche Bewegung
  • Ausreichendes Trinken und kontinuierlicher Wasserzugang
  • Entwurmung und regelmäßige Zahnkontrollen unterstützen das allgemeine Wohlbefinden und reduzieren Verdauungsstörungen

Quellen:

1 Agria, Varning för kolik i januari!
2 OP Media https://www.op-media.fi/omat-rahat/hevosille-sattuvat-vahingot-ovat-kalliita/
3 Kristula, M.A.; McDonnell, S.M. (1994) Drinking water temperature affects consumption of water during cold weather in ponies. Applied Animal Behaviour Science 41: 155–160.

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