Kohlenhydrate sind das Fundament der Pferdeernährung
Kohlenhydrate und Pferde
Die meisten Pferdefutter bestehen hauptsächlich aus Kohlenhydraten. Die Art der Kohlenhydrate in der Pferdeernährung Kohlenhydrate spielt daher eine entscheidende Rolle.
Etwa drei Viertel der Trockensubstanz im Futter sind Kohlenhydrate. Pferde nutzen sie als Energiequelle, weshalb ihre Auswahl und Dosierung besonders bei hohem Energiebedarf wichtig ist. Überschüssige Kohlenhydrate, die nicht für die Energiegewinnung benötigt werden, wandelt der Körper in Fett um.
Verschiedene Arten von Kohlenhydraten
Kohlenhydrate umfassen Zucker, Stärke und Cellulose. Man teilt sie üblicherweise in einfache und komplexe Kohlenhydrate ein. Verschiedene Kohlenhydrate werden unterschiedlich schnell aufgenommen. Stärke liefert beispielsweise langsamer Energie als einfache Zucker oder Glukose, die sehr schnell ins Blut gelangt. Glukose kommt zwar nicht direkt im Futter vor, ist aber Baustein und Aufnahmeform fast aller Kohlenhydrate. Deshalb bezeichnet "Blutzucker" die Glukosekonzentration im Blut.
Komplexe Kohlenhydrate unterteilt man in Disaccharide und Polysaccharide. Disaccharide nennt man häufig einfach Zucker. Das bekannteste Disaccharid ist Haushaltszucker, der den Blutzuckerspiegel schnell ansteigen lässt. Das häufigste Polysaccharid ist Stärke, die in Getreide etwa 50–60% ausmacht. Energie aus Stärke wird langsamer freigesetzt und hält den Blutzuckerspiegel länger stabil.
Pferde können jedoch nur begrenzt Stärke verdauen – allgemein akzeptiert ist ein Maximum von etwa 1 kg pro Fütterung bei einem 500 kg schweren Pferd. Unverdaute Stärke gelangt in den Dickdarm, wo bakterielle Fermentation den pH-Wert von neutral zu sauer verändert. Saure Bedingungen schädigen nützliche Bakterien und fördern schädliche. Deshalb solltest du große Kraftfuttermahlzeiten vermeiden und auf mehrere Fütterungen aufteilen. Hafer sollte beispielsweise auf etwa 2 kg pro Fütterung begrenzt werden, da er etwa 50% Stärke enthält.
Ein wichtiges Polysaccharid ist Glykogen oder "tierische Stärke". Es kommt nicht im Futter vor, sondern wird im Pferdekörper gebildet. Überschüssiger Pferdenahrung Zucker wird als Glykogen in den Muskeln gespeichert. Bei hohem Energiebedarf, etwa im Wettkampf, mobilisiert der Körper Glykogen zur Energiegewinnung. Der Glykogengehalt der Muskeln beeinflusst direkt die Muskelausdauer.
Kohlenhydrate in der Futteranalyse
Futteranalysen listen "Kohlenhydrate" meist nicht als Einzelwert auf, sondern teilen sie in stickstofffreie Extraktstoffe (NfE) und Rohfaser. Die NfE umfassen leicht verdauliche Kohlenhydrate wie Zucker und Stärke. Mit steigendem Fasergehalt sinken die NfE und damit die Verdaulichkeit. Hochwertiges Heu enthält typischerweise etwa 50% NfE pro kg Trockensubstanz, während Hafer über 65% erreicht.
Die Rohfaser umfasst schwerer verdauliche Kohlenhydrate wie Cellulose. Der Fasergehalt spiegelt den Stengelanteil im Heu und den Spelzenanteil im Getreide wider. Mit steigender Rohfaser sinken Verdaulichkeit und Energieverfügbarkeit. Spät geerntetes Heu hat meist höhere Rohfasergehalte und überschreitet oft die empfohlene Obergrenze von etwa 30% pro kg Trockensubstanz. Hoher Fasergehalt senkt die Pferd Stärke Fütterung Energiedichte und erhöht den nötigen Heuverbrauch. Der Gesamtenergiegehalt wird nicht nur von Kohlenhydraten, sondern auch von Fett- und Proteingehalten beeinflusst.
Quelle: Anneli Lillkvist, Feeding for Results
