Pferdevitamine von A bis K
Pferde brauchen Vitamine für viele wichtige Körperfunktionen und um gesund zu bleiben. Pferde können nicht alle Vitamine in ihrem Körper selbst herstellen, deshalb müssen sie diese über die Nahrung aufnehmen. Wie beim Menschen schwankt auch der Vitaminbedarf der Pferde je nach Jahreszeit. Während der Weidezeit unterscheiden sich die Vitaminbedürfnisse von denen im Winter bei der Stallfütterung. Je weiter der Winter voranschreitet, desto weniger Vitamine erhalten die Pferde allein aus Heu und Hafer. Bei der Ernte können bis zu 80% der Vitamine im Futter zerstört werden, und während der Lagerung sinken die Werte weiter um etwa 6–10% pro Monat.
Fettlösliche Vitamine lösen sich in Fett auf, und ein Überschuss wird im Körperfett, in der Leber und den Nieren gespeichert. Wasserlösliche Vitamine werden nicht gespeichert – sie werden über den Urin ausgeschieden. Du brauchst dir keine Sorgen über eine Überdosierung wasserlöslicher Vitamine zu machen – der Körper nimmt sie nach Bedarf auf. Der Pferdekörper kann auch seine Vitaminspeicher erkennen und die Aufnahme von Vorstufen entsprechend dem Bedarf anpassen.
Wasserlöslich: B-, C- und H-Vitamine
B: Zu den B-Vitaminen gehören B1, B2, B3, B5, B6, B9 und B12.
B-Vitamine werden für den Energiestoffwechsel des Pferdes, die Proteinsynthese sowie die Funktion des Nervensystems und der Muskeln benötigt. Sportpferde und Fohlen profitieren am meisten von einer B-Vitamin-Ergänzung, da B-Vitamine die Muskelenergie-Produktion, die Nervensystemfunktion und den Stoffwechsel unterstützen. Eine B-Vitamin-Ergänzung ist auch für alle Pferde während Stress, Krankheit, Verdauungsstörungen und Antibiotika-Behandlungen sinnvoll, wenn die körpereigene B-Vitamin-Produktion im Darm gestört sein kann. Wenn die normale mikrobielle Funktion beeinträchtigt ist, müssen B-Vitamin-Defizite über die Fütterung ausgeglichen werden. Pferde profitieren auch während des Fellwechsels von einer B-Vitamin-Ergänzung, da die Dickdarm-Produktion von B-Vitaminen zu dieser Zeit oft unzureichend ist. Die körpereigene Produktion von B12 erfordert ausreichend Chrom in der Ernährung.
Folsäure, die zur B-Vitamin-Gruppe gehört, unterstützt die Bildung roter Blutkörperchen und den Proteinstoffwechsel, was sie besonders wichtig für Pferde unter hoher Arbeitsbelastung macht.
Quellen: Gute Quellen für B-Vitamine sind grüne Pflanzen und Kräuter, Getreide, Weizenkleie, Hefen, Samen, blättrige grasbasierte Futtermittel, Leguminosen (z.B. Luzerne, Bockshornklee) und die körpereigene Darm-Mikrobenaktivität des Pferdes. Bierhefe ist eine vielseitige, natürliche Quelle für B-Vitamine. Neben Vitaminen enthält sie nützliche Aminosäuren, darmfreundliche inaktivierte Hefen und Chrom.
Mangel: B-Vitamin-Mangel zeigt sich oft als verminderter Appetit und Leistung, reduzierte Energie, schlechtes Fell und ein allgemein "mattes" oder müdes Aussehen. Eine kraftfutterreiche Fütterung kann die körpereigene B-Vitamin-Produktion im Darm stören.
C: Vitamin C wird für die Eisenverwertung, die Aufnahme anderer Vitamine und die Aufrechterhaltung der Immunfunktion benötigt. Vitamin C ist ein starkes Antioxidans und wird auch für die körpereigene Kollagenproduktion benötigt. Es ist wichtig bei längerem Stress und Krankheit, für Absetzfohlen oder wenn die Immunität des Pferdes beeinträchtigt ist. Verschiedene Bakterien und Viren können die Fähigkeit des Körpers zur Vitamin-C-Produktion reduzieren. Eine Vitamin-C-Ergänzung wird bei langen Transporten empfohlen.
Quellen: Vitamin C wird aus Glukose in der Leber des Pferdes synthetisiert. Weidegras enthält reichlich Vitamin C. Gute Quellen sind Hagebutte, Brennnessel, Sanddorn, andere Beeren, Karotte, Rote Bete, Schafgarbe, Löwenzahnblätter, Johannisbeerblätter, Schachtelhalm, Engelwurz und andere.
Mangel: Vitamin-C-Mangel kann sich als reduzierte Immunität und Allgemeinzustand zeigen, mit erhöhter Anfälligkeit für Krankheiten wie Atemwegsinfektionen oder Fesselekzem ("Mauke"). Vitamin-C-Mangel stoppt die Kollagenproduktion und reduziert die Erneuerung und Funktion von Knorpel und Sehnen. Der Mangel kann auch die Schleimhautfunktion beeinträchtigen, was sich zum Beispiel als Nasenbluten zeigen kann.
H (Biotin): Biotin, auch als Vitamin H bekannt und Teil der B-Vitamin-Gruppe, ist besonders wichtig für die Hufgesundheit und den Fellzustand. Biotin beeinflusst die Flexibilität und Haltbarkeit des neu wachsenden Hufhorns sowie die äußere Epithelschicht der Haut. Biotin unterstützt auch den Stoffwechsel, einschließlich der Verwertung von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren, und beeinflusst die Fortpflanzungsfunktionen.
Quellen: Hefen, Hafer, Soja, Vollkorn, Löwenzahnwurzel, Samen, Luzerne und dunkelgrünes Gemüse.
Mangel: Biotin-Mangel lässt ein Pferd allgemein ungepflegt aussehen: Das Fell wird rau und verfilzt, die Haut ist schlecht und die Schleimhäute können trocken sein. Kraftfutterreiche Ernährung kann die Darmfunktion und B-Vitamin-Produktion stören.
Fettlöslich: A, D, E, K
A: Vitamin A (Retinol) ist wichtig für Schleimhäute, Haut und Sehen. Es unterstützt Immunität und Fortpflanzung. Pferde sollten während der gesamten Stallfütterungszeit mit Vitamin A ergänzt werden – und auch im Sommer für Pferde, die nicht weiden.
