Eine einfache Fütterung ist oft der beste Weg, um das Wohlbefinden deines Pferdes zu erreichen – egal ob Turnierpferd oder Freizeitpartner. Sportpferde haben durch die hohe Belastung manchmal besondere Bedürfnisse, aber die Basis bleibt für alle Pferde gleich.
1. Energiezufuhr an Aktivität und Training anpassen
Nach den Nährstoffanforderungen für Pferde (NRC) werden Aktivität und Intensität in vier Kategorien unterteilt:
– Leichte Arbeit: 1–3 Stunden pro Woche, hauptsächlich Schritt und Trab
– Mittlere Arbeit: 3–5 Stunden pro Woche, überwiegend Trab mit etwas Schritt und Galopp, einschließlich anspruchsvoller Arbeit wie Springen oder Dressur
– Schwere Arbeit: 4–5 Stunden pro Woche aus Trab, Galopp, Renngalopp und anspruchsvoller Arbeit
– Sehr schwere Arbeit: 1 Stunde pro Woche Schnelligkeitsarbeit und/oder 6–12 Stunden Arbeit pro Woche
Nur Pferde, die regelmäßig (oft international) im Turniersport stehen, Distanzpferde, Rennpferde oder Vielseitigkeitspferde fallen in die Kategorie „sehr schwer". Die meisten Pferde bewegen sich im Bereich leichter bis mittlerer Arbeit.
Die Arbeitsbelastung eines Pferdes wird schnell überschätzt. In der Natur legt ein Pferd bei der Futtersuche über 50 Kilometer täglich zurück. Wenn du ein leicht gearbeitetes Pferd wie ein schwer arbeitendes fütterst, steigt das Risiko der Überfütterung mit allen daraus folgenden Problemen.
Pferde in leichter oder mittlerer Arbeit brauchen meist nicht viel mehr Energie als für den Erhaltungsbedarf nötig ist. Manche Sportpferde benötigen hingegen bis zu doppelt so viel Energie wie ein leicht gearbeitetes Pferd. Das hängt von der individuellen Veranlagung, dem Alter, dem Stoffwechsel und der Intensität und Dauer des Trainings ab.
2. Mit Heu beginnen (und einer Heuanalyse)
Energie in der Nahrung kommt hauptsächlich aus Kohlenhydraten und Fetten. Kohlenhydrate teilen sich in zwei Kategorien: strukturelle und nichtstrukturelle.
– Nichtstrukturelle Kohlenhydrate (NSC) stammen aus Zucker und Stärke, hauptsächlich aus Getreide. Die meisten Sportpferde brauchen Kohlenhydrate, und Zucker sowie Stärke sind für sie nicht so problematisch wie für Freizeitpferde. Trotzdem solltest du NSC auf das beschränken, was dein Pferd je nach Alter und Trainingsintensität wirklich braucht.
– Strukturelle Kohlenhydrate bestehen aus Fasern im Grundfutter und sind einer der wichtigsten Faktoren für eine optimale Darmfunktion.
Der Verdauungstrakt des Pferdes enthält Milliarden nützlicher Mikroben, die Fasern verdauen und flüchtige Fettsäuren (VFA) produzieren, welche als Energiequelle dienen. Deshalb kann Heu allein den Energiebedarf mancher Pferde decken. Fasern helfen, den pH-Wert im Dickdarm stabil zu halten und reduzieren das Kolikrisiko erheblich. Heu ist das, was Pferde von Natur aus fressen sollen, und sollte immer mindestens 1–1,5 % des Körpergewichts täglich gefüttert werden. Gras vom Weidegang muss in die Gesamtration eingerechnet werden.
Für stark trainierte Sportpferde mit hohem Energieverbrauch lohnt sich eine Heuanalyse. Sie liefert genaue Nährstoffwerte und hilft zu bestimmen, welche Nährstoffe durch Getreide, Alleinfutter oder Ergänzungen zugefüttert werden müssen. Hochwertiges Fett ist eine einfache – und oft sicherere als Kohlenhydrate – Möglichkeit, die Energiezufuhr zu steigern. Der Pferdekörper nutzt Fett bei aerober Belastung, was helfen kann, Glucose aus Kohlenhydraten bei intensiver oder lang andauernder Arbeit zu schonen.
3. Die Bedeutung von Wasser und Salz nicht vergessen
Diese Nährstoffe werden leicht übersehen, obwohl ausreichender Zugang zu frischem, sauberem Wasser und Salz für alle Tiere entscheidend ist – besonders für stark schwitzende Sportpferde.
Bei heißen, feuchten Bedingungen können Pferde 10–15 Liter Flüssigkeit pro Stunde durch Schweiß verlieren. Pferdeschweiß ist hyperton, das bedeutet, er enthält mehr Elektrolyte als die im Körper zirkulierenden Flüssigkeiten. Menschlicher Schweiß ist hypoton, der Körper behält eine höhere Elektrolytkonzentration als der Schweiß. Deshalb verdünnt reines Wasser bei einem schwitzenden Pferd die Elektrolytwerte im Körper. Elektrolyte sind daher wichtig für die Flüssigkeitsbalance und Zellfunktion, die für die Leistung entscheidend sind.
Unter normalen Bedingungen mit geringem Schwitzen reicht oft normales Salz aus. Wenn Wetter, Training oder andere Stressfaktoren (wie langer Transport) zu anhaltendem starkem Schwitzen führen, sollten verlorene Elektrolyte durch ein Elektrolytsupplement mit Kalium, Natrium, Chlorid und möglicherweise Magnesium ersetzt werden.
4. Maß halten bei der Proteinzufuhr
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