THE IMPORTANCE OF FIBER FOR EQUINE DIGESTION

Die Bedeutung von Ballaststoffen für die Pferdeverdauung

Die Bedeutung von Ballaststoffen für die Pferdeverdauung

Gute Ballaststoffe erhalten eine gesunde Darmflora

Beim Grasen verbringen Pferde den größten Teil des Tages (12–17 Stunden) mit Fressen und Futtersuche. Ihr Verdauungssystem ist darauf ausgelegt, kleine Futtermengen in kurzen Abständen aufzunehmen. Das natürliche Hauptfutter des Pferdes ist frisches Weidegras – daher bildet geeignetes Raufutter die Basis der Pferdeernährung. Eine ausreichende Raufutteraufnahme ist wichtig, um ernährungsbedingte Krankheiten und Verhaltensstörungen zu vermeiden.

Das Verdauungssystem des Pferdes ist perfekt an den Abbau von Ballaststoffen angepasst. Ballaststoffe teilen sich in lösliche und unlösliche Fasern auf. Ballaststoffe haben viele Funktionen im Körper. Sie unterstützen die Verdauung, transportieren aber auch schädliche Substanzen aus dem Verdauungstrakt und helfen bei der Darmreinigung. Je vielfältiger die Ballaststoffquellen in der Pferdefütterung Ballaststoffe sind, desto chemisch unterschiedlicher sind die Faserverbindungen und desto besser können sie verschiedene nützliche Darmbakterien fördern. Unlösliche Ballaststoffe erhöhen das Kotvolumen und machen die Struktur weicher. Lösliche Fasern bilden ein Gel im Darm und binden schädliche Stoffe, die dann mit dem Kot ausgeschieden werden.

Gras enthält etwa 20 Prozent Rohfaser. Pferde bevorzugen Gras mit einer Länge von etwa 15 Zentimetern. Wenn Gras wächst, wird es stängeliger – das erhöht auch den Rohfaser-Gehalt. Es gibt jedoch erhebliche individuelle Unterschiede, wie Pferde Ballaststoffe verdauen. Das kann ein wichtiger Faktor sein, ob ein Pferd leicht „Gewicht hält". Das Verdauungssystem des Pferdes verdaut Zucker besser als Stärke.

Etwa 1,5 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht

Als Faustregel sollte die Fütterung etwa 1,5 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht liefern. Das bedeutet: Ein 500 kg schweres Pferd sollte mindestens 7,5 kg Raufutter pro Tag erhalten. Bei Heulage mit 75 Prozent Trockensubstanz sollten etwa 9,5 kg Heulage gefüttert werden, um den Raufutterbedarf zu decken. Getrocknetes Heu und Kräuter haben meist niedrige Zucker- und Stärkewerte. Sie helfen dabei, eine vielfältige Bakterienflora im Pferdedarm zu erhalten, was die Nährstoffaufnahme und Verdauungsfunktion unterstützt. Die Darmflora – und ihre Vielfalt – hat einen großen Einfluss auf das Wohlbefinden des Pferdes und seine Fähigkeit, Futter zu verwerten. Für die Darmgesundheit sollten Kraftfutter in so viele Mahlzeiten wie möglich aufgeteilt werden.

Die Pferdeverdauung arbeitet mit Enzymen und Mikroben

Das Ziel des Verdauungssystems ist es, Futter so aufzuspalten, dass Nährstoffe aus dem Verdauungstrakt aufgenommen und in Energie für den Körper umgewandelt werden können. Bei Pferden erfolgt die Verdauung durch Verdauungsenzyme und Darmmikroben.

Der wichtigste Teil des Verdauungstrakts für die Nährstoffaufnahme ist der Dünndarm – hier werden die meisten Nährstoffe aufgenommen. Im Dünndarm verdauen Enzyme das Futter. Die Darmwände bewegen sich ständig und transportieren das Futter weiter. Eine ausreichende Menge groben Futtermaterials – also Ballaststoffe – fördert die Darmbewegung. Starker Stress kann die Darmbewegung verlangsamen und zu Verstopfung führen. Damit Futter optimal durch den Dünndarm wandert, sollte es auch viele Ballaststoffe enthalten.

Im Dickdarm werden die Futterteile abgebaut, die der Dünndarm nicht verdaut hat. Der Dickdarm und seine Mikroorganismen spielen eine große Rolle beim Abbau und der Verwertung von Ballaststoffen aus Raufutter und anderen ballaststoffreichen Futtermitteln. Die Fütterung muss daher sicherstellen, dass die Mikroorganismen im Dickdarm genug Ballaststoffe als Substrat erhalten. Störungen im Dickdarm werden sehr schnell am Ernährungszustand des Pferdes sichtbar. Die Dickdarmbakterien produzieren auch Vitamin C und K sowie B-Vitamine.

Zu wenig Ballaststoffe erhöhen das Risiko für Verdauungsstörungen

Der Weg eines Futterpartikels durch das Verdauungssystem des Pferdes dauert zwei bis vier Tage. Das Verdauungssystem des Pferdes ist einzigartig und anfälliger für Verdauungsstörungen als viele andere Tiere.

Eine Fütterung mit nur wenig Ballaststoffen bewegt sich nicht normal durch den Verdauungstrakt des Pferdes und kann Verdauungsprobleme verursachen. Pferde brauchen viele langstängelige Ballaststoffe, um verschiedene Verdauungsstörungen zu minimieren.

Wie stark das Raufutter, das ein Pferd erhält, bereits stängelig geworden ist, hat großen Einfluss auf seine Verdaulichkeit. Die normale Funktion des Verdauungstrakts beim Pferd braucht Pflanzenfasern.

Das Fressen von sehr stängeligem Heu kann die Energieaufnahme begrenzen und bei Sportpferden einen Energiemangel verursachen. Andererseits kann stängeliges Raufutter für Pferde hilfreich sein, die leicht zunehmen. Je mehr Ballaststoffe im Futter enthalten sind, desto mehr Zeit braucht die Verdauung.

Heu ja – aber welches?

Die Nährstoffqualität von Heu wird hauptsächlich vom Wachstumsstadium der Pflanze bei der Ernte beeinflusst. Raufutter, das in einem späten Wachstumsstadium mit hohem Stängelanteil geerntet wird, enthält typischerweise viele Ballaststoffe, die im Verdauungstrakt des Pferdes unverdaulich sind. Das reduziert die Gesamtverdaulichkeit der Nährstoffe. Der Proteingehalt von stängeligem Heu Pferd ist oft niedrig und der Zuckergehalt hoch, weil Pflanzen Zucker im Stängel ansammeln. Blattreicheres Raufutter mit weniger dicken Stängeln stammt von jüngerem Aufwuchs. Seine Verdaulichkeit und Futterwerte sind meist besser

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