Hefe, MOS und Beta-Glucane – Warum werden sie oft zusammen genannt und welche Vorteile haben sie?
Wenn es um die Verdauung und Darmgesundheit bei Pferden geht, werden Hefe, MOS und Beta-Glucane sehr oft im gleichen Zusammenhang erwähnt. Der Hauptgrund dafür ist, dass MOS und Beta-Glucane natürliche Strukturkomponenten der Hefe sind, und die Forschung hat gezeigt, dass sich diese drei auf verschiedene Weise im Darm ergänzen.
In dieser Kombination wirkt die Hefe als eine Art "Ermöglicher", MOS beeinflusst die Interaktion zwischen der Darmumgebung und Bakterien, und Beta-Glucane sind mit der normalen Verbindung zwischen Darm und Immunsystem verknüpft. Zusammen bilden sie ein funktionelles Ganzes, das umfassend erforscht wurde, besonders im Zusammenhang mit der faserreichen Ernährung des Pferdes.
Hefe – Warum ist sie für die Pferdverdauung interessant?
Das Verdauungssystem des Pferdes ist stark auf die mikrobielle Fermentation im Dickdarm angewiesen. Fasern aus dem Raufutter sind keine direkte Energiequelle für das Pferd – sie müssen erst von Darmmikroben abgebaut werden. Hefe wurde speziell aus dieser Perspektive untersucht.
Zahlreiche Studien haben festgestellt, dass die Verwendung von Hefeprodukten mit verbesserter Faserverdaulichkeit und effizienterer Fermentation verbunden ist. Das bedeutet nicht, dass Hefe das Futter stellvertretend für das Pferd verdaut, sondern dass sie dabei hilft, Bedingungen im Darm zu schaffen, unter denen Mikroben ihre Funktion effektiver erfüllen können. Deshalb wurde Hefe besonders bei raufutterbasierten Fütterung und in Situationen untersucht, wo optimale Darmfunktion entscheidend ist (Glade, 1991; Medina et al., 2002; Graham-Thiers & Bowen, 2011; Journal of Equine Veterinary Science).
MOS – Eine Struktur, die die Interaktion zwischen Darmumgebung und Bakterien beeinflusst
MOS-Verbindungen oder Mannan-Oligosaccharide sind keine lebenden Mikroben. Sie sind faserige Strukturen aus der Hefezellwand, die den Verdauungstrakt passieren, ohne absorbiert zu werden. In der Forschung ist MOS vor allem wegen seiner Rolle in der Interaktion zwischen Bakterien und der Darmumgebung interessant.
In der wissenschaftlichen Literatur wurden MOS-Verbindungen aus der Perspektive bakterieller Adhäsionsmechanismen untersucht. In der Praxis bedeutet das, dass MOS-Strukturen beeinflussen können, wie sich bestimmte Bakterien im Darm verhalten und woran sie sich anheften. Deshalb werden MOS-Verbindungen als Teil des Darmumgebungsmanagements betrachtet und nicht als schnell fermentierbare Faser (Spring et al., 2000; Desrochers et al., 2005; Johnson, 2019; Journal of Animal Science).
Beta-Glucane – Eine Verbindung zwischen Darm und Immunsystem
Beta-Glucane sind strukturelle Glucoseketten, die in der Hefezellwand vorkommen. Sie unterscheiden sich von vielen anderen Nahrungsfasern dadurch, dass ihre Struktur biologisch vom Körper erkannt wird. Deshalb sind Beta-Glucane nicht als Energiequelle interessant, sondern wegen der Art, wie sie an normalen Erkennungs- und Signalmechanismen im Darm und im ganzen Körper teilnehmen.
In der Forschung werden Beta-Glucane oft mit dem darmassozierten Immunsystem in Verbindung gebracht. Ein großer Teil der Immunfunktion des Pferdes läuft über den Darm, und Beta-Glucane wurden als Teil dieser normalen Interaktion identifiziert. Hierbei geht es nicht um Krankheitsvorbeugung oder -behandlung, sondern darum, wie der Körper Strukturen erkennt und normale Immunbereitschaft aufrechterhält (Vetvicka & Oliveira, 2014; Delgado et al., 2012; Smith & Williams, 2018; Veterinary Immunology and Immunopathology).
Woher bekommt das Pferd Hefe, MOS und Beta-Glucane?
Pferde produzieren weder Hefe noch MOS-Verbindungen oder Beta-Glucane selbst – sie werden immer über die Nahrung aufgenommen. Hefe wird durch Ergänzungsfuttermittel und Hefekulturen zugeführt – Produkte, die Hefe sowie Verbindungen enthalten, die während ihres Wachstums entstehen. MOS und Beta-Glucane sind gleichzeitig vorhanden, weil sie natürliche Bestandteile der Hefezellwand sind. In manchen Produkten werden diese Zellwandstrukturen zusätzlich konzentriert.
Beta-Glucane kommen auch in Getreide wie Gerste und Hafer vor, aber diese Beta-Glucane unterscheiden sich strukturell von denen aus Hefe und werden nicht auf die gleiche Weise aus der Perspektive der Darm-Immunsystem-Interaktion untersucht.
Warum werden diese zusammen erforscht?
Einfach weil sie ein ergänzendes Ganzes bilden. Hefe ist primär mit Fasernutzung und Fermentation verknüpft, MOS mit der Interaktion zwischen Darmumgebung und Bakterien, und Beta-Glucane mit der normalen Verbindung zwischen Darm und Immunfunktion. In der Forschung wird diese Kombination als Ernährungsstrategie untersucht (Respondek et al., 2008; Wagner et al., 2015; Equine Veterinary Education).
Praktische Situationen, in denen die Kombination aus Hefe, MOS und Beta-Glucanen am häufigsten verwendet wird
In der Forschung wird die Kombination aus Hefe, MOS-Verbindungen und Beta-Glucanen nicht als eine einzige "Lösung" betrachtet, sondern als Teil von Fütterungsstrategien, besonders in Situationen, wo die Verdauung und Darmumgebung des Pferdes größerer als normaler Belastung unterliegen. In der Praxis sind diese Situationen oft sehr routinemäßig.
Futterumstellungen und Übergangszeiten
Wenn sich die Ernährung ändert, muss sich die Darmflora an eine neue Futterzusammensetzung anpassen. Das gilt zum Beispiel für die Umstellung auf die Weide, Änderungen im Raufutter oder Anpassungen bei der Kraftfutterfütterung. Die Forschung hat Hefe mit Situationen verknüpft, wo faserbasierte Fermentation und Verdaulichkeit entscheidend sind, während MOS- und Beta-Glucan-Strukturen aus der Perspektive der Darmumgebungsstabilität untersucht wurden. Während solcher Übergan
