Eine bunte Ernährung sichert wichtige Polyphenole für Hunde
Polyphenole sind eine Gruppe von Stoffen, die in Pflanzen vorkommen. Sie sind keine Nährstoffe wie Vitamine oder Spurenelemente, sondern eher die „Geheimwaffen" der Pflanzen. Meist sind Polyphenole pflanzliche Farbstoffe oder Aromastoffe, die von Pflanzen produziert werden – dazu gehören Flavonoide, Antioxidantien, Phenolsäuren und Lignane. Polyphenole sind nicht so wichtig für den Körper wie echte Nährstoffe, aber ihre Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden könnte viel größer sein, als wir heute wissen. Das Wissen wächst ständig, und die Forschung zu Polyphenolen läuft kontinuierlich.
Polyphenole in Beeren, Gemüse und Samen
Pflanzen produzieren Polyphenole hauptsächlich, um sich zu verteidigen und sich vor äußeren Bedrohungen wie verschiedenen Krankheiten und Mikroben, Schädlingen, UV-Strahlung oder Frost zu schützen. Farbstoffe locken auch Bestäuber zu den Pflanzen. Polyphenole sind reichlich vorhanden in bunten Beeren, Früchten, Gemüse, Samen, Getreide, Hülsenfrüchten, grünem Tee und Traubenschalen. Je dunkler die Farbe eines Gemüses oder einer Beere ist, desto reicher ist sie an polyphenolischen Verbindungen. Besonders der Gehalt an gesundheitsfördernden Anthocyanen ist in dunklen Beeren am höchsten.
Heute sind bereits Zehntausende verschiedener polyphenolischer Verbindungen bekannt, darunter Phenolsäuren, Flavonoide, Stilbene, Lignane, Anthocyane, Tannine und polymere Lignane. Forscher glauben, dass es im Pflanzenreich noch viele unentdeckte Polyphenole gibt. Die häufigsten Polyphenole in der Nahrung sind Flavonoide, von denen mehr als 4.000 verschiedene bekannt sind. Die wohlbefindensunterstützende Wirkung von Flavonoiden beruht auf ihrer Fähigkeit, als Antioxidantien zu wirken – das heißt, sie verhindern die Bildung schädlicher oxidativer Reaktionen, manchmal sogar wirkungsvoller als Vitamine. Außerdem können sie die Aktivität bestimmter Enzyme erhöhen, die günstig für das Wohlbefinden sind, und Nervenzellen schützen. Antioxidantien helfen dem Körper auch dabei, die Immunabwehr aufrechtzuerhalten.
Antioxidantien sind wichtig für aktive und hart trainierende Hunde
Die antioxidative Wirkung ist oft von besonderem Interesse für Besitzer von Sporthunden. Oxidativer Stress durch Anstrengung kann unter anderem Gewebe schädigen und die Immunabwehr schwächen, und laut vorläufigen Studien kann er mit Antioxidantien reduziert werden. Oxidativer Stress verlangsamt auch die Erholung von Anstrengungen. Unter den Vitaminen sind die bekanntesten antioxidativen Wirkungen von den Vitaminen E und C bekannt, und wie erwähnt enthalten viele pflanzliche Polyphenole reichlich antioxidative Verbindungen.
Das bekannteste „Anti-Oxidationsmittel" für Hunde, die viel trainieren, ist Vitamin E. Es ist ein fettlösliches Vitamin, das unter anderem für die normale Funktion der Muskeln, des Immunsystems und des Nervensystems wichtig ist. Vitamin E wird normalerweise als Zusatz im Futter gewonnen. Jedoch erhöhen zum Beispiel Wettkämpfe, intensives Training und Stress den Bedarf an Antioxidantien, die oxidativen Stress bekämpfen. Vitamin E ist auch wichtig für trächtige und wachsende Tiere.
Ein weiteres Vitamin, das für seine antioxidative Funktion bekannt ist, ist Vitamin C. Es arbeitet zusammen mit Vitamin E daran, die Menge freier Radikale im Körper zu reduzieren. Normalerweise produziert der tierische Körper genug Vitamin C, aber auch hier können Stress und hartes, aktives Training den Spiegel von ausreichendem Vitamin C im Plasma reduzieren, und dann sollte Vitamin C erhöht werden, um die Immunfunktion zu unterstützen. Vitamin C beteiligt sich auch an der Bildung des körpereigenen Kollagens, das unter anderem für das Gelenkwohlbefinden wichtig ist.
Verschiedene Wohlbefindensvorteile durch Polyphenole
Mehrere biologisch aktive und nützliche Eigenschaften wurden bei Polyphenolen identifiziert, wie antioxidative, antiallergene, antivirale, antimikrobielle, antiproliferative, antimutagene und antikarzinogene Wirkungen. Polyphenole sollen daher unter anderem Entzündungen und Bakterienwachstum verhindern. Sie können auch die körpereigenen antioxidativen Enzyme aktivieren. Zum Beispiel können Birkenblätter Entzündungen reduzieren, und Preiselbeeren und Cranberries scheinen das Wohlbefinden der Harnwege zu unterstützen. Eine Studie wurde mit Curcumin aus der leuchtend gefärbten Kurkuma durchgeführt, die verschiedene Vorteile wie Gelenkgesundheit und Immununterstützung zeigt.
Alternde Hunde
Studien, die an Tieren durchgeführt wurden, deuten darauf hin, dass Polyphenole wie Curcumin dabei helfen können, Entzündungen und den natürlichen Alterungsprozess zu bekämpfen.
Mit zunehmendem Alter wird niedriggradige Entzündung im Körper häufiger, was zur Entwicklung chronischer Krankheiten wie Arthrose beiträgt. Viele Experten glauben, dass die Zugabe von Polyphenolen zur Ernährung das allgemeine Wohlbefinden verbessern und entzündliche Zustände reduzieren könnte. Die Zugabe von Polyphenolen für ältere Tiere könnte den Bedarf an entzündungshemmenden Schmerzmitteln reduzieren und somit das Risiko von Medikamentennebenwirkungen wie Durchfall, Nierenerkrankungen und Magengeschwüren verringern.
Darmmikroben
Aktuelle Studien haben gezeigt, dass Polyphenole zusätzlich zu Ballaststoffen Auswirkungen auf das Wohlbefinden und die Zusammensetzung der Darmmikroben haben können. Polyp
