Chia in Horse Feeding – Why Is This Little Seed So Nutrient-Dense?

Chia in der Pferdefütterung – Warum ist dieses kleine Samen so nährstoffreich?

Chiasamen sind vielen Pferdebesitzern ein Begriff. Diese kleine Samen werden seit Jahren in der Pferdefütterung eingesetzt – doch was steckt eigentlich drin, und warum ist ihr Nährstoffprofil für Pferde so interessant?

Was Chia Pferd so besonders macht, lässt sich nicht auf einen einzigen Nährstoff zurückführen. In diesem kleinen Samen stecken Protein mit essenziellen Aminosäuren, ein außergewöhnlich hoher Omega-3-Gehalt, Ballaststoffe und wasserbindende Schleimstoffe sowie natürliche antioxidative Pflanzenstoffe. Chiasamen enthalten typischerweise rund 15–25 % Rohprotein, 30–33 % Rohfett und eine beachtliche Menge an Ballaststoffen. [1]

Schauen wir uns genauer an, was über diese Nährstoffe bekannt ist – und warum sie in der Pferdeernährung eine Rolle spielen.

1. Protein – vor allem aber Aminosäuren

Beim Thema Proteinversorgung des Pferdes fällt der Blick schnell auf den Rohproteingehalt im Futter.

Das allein sagt aber noch nicht viel aus.

Proteine bestehen aus Aminosäuren. Der Körper des Pferdes braucht sie, um Muskeln und andere Gewebe aufzubauen und zu erneuern, Enzyme herzustellen und viele weitere Proteine im Körper zu bilden.

Manche Aminosäuren sind essenzielle Aminosäuren – das Pferd muss sie über das Futter aufnehmen, weil sein Körper sie nicht selbst herstellen kann.

Das Protein in Chiasamen enthält alle essenziellen Aminosäuren, darunter Lysin, das in der Pferdeernährung besondere Bedeutung hat. [1]

Warum ist Lysin so wichtig?

Lysin gilt als die erstlimitierende Aminosäure in der Pferdeernährung. Vereinfacht gesagt bedeutet das: Die verfügbare Lysinmenge bestimmt mit, wie gut der Körper des Pferdes andere Aminosäuren aus dem Futter zum Aufbau neuer Proteine nutzen kann. [2]

Ein hoher Rohproteingehalt im Futter bedeutet also nicht automatisch eine optimale Proteinversorgung.

Neben der Proteinmenge zählt auch die Qualität – sprich: welche Aminosäuren das Protein überhaupt enthält.

Die Bedeutung von Lysin wurde auch direkt am Pferd untersucht.

In einer Studie mit Jungpferden beeinflusste die Höhe der Lysinaufnahme sowohl den Aminosäurestoffwechsel als auch die körperweite Proteinsynthese. Die Ergebnisse bestätigen die zentrale Rolle von Lysin im Proteinstoffwechsel wachsender Pferde. [3]

In einer weiteren Studie erhielten Jungpferde Lysin und Threonin als Ergänzung. Die Aminosäureergänzung konnte das Wachstum auch dann fördern, wenn der Gesamtproteingehalt der Ernährung niedriger war. Das zeigt gut: Die Aminosäurezusammensetzung ist entscheidend – der Proteingehalt allein sagt nicht alles. [4]

Das Thema wurde auch bei erwachsenen und älteren Pferden untersucht. In einer Studie verbesserte ein Aminosäurepräparat mit Lysin und Threonin Kennwerte zur Muskelmasse sowohl bei jüngeren als auch bei älteren Pferden. [5]

Der Proteingehalt erzählt nicht die ganze Geschichte.
Für das Pferd zählt auch, welche Aminosäuren das Protein enthält.

Chia ist kein konzentriertes Aminosäurepräparat, liefert aber von Natur aus pflanzliches Protein – und damit essenzielle Aminosäuren wie Lysin.

2. Außergewöhnlich reich an pflanzlichem Omega-3

Wenn Chia für einen Nährstoff bekannt ist, dann meistens für Omega-3.

Und das aus gutem Grund.

Rund ein Drittel des Gewichts eines Chiasamens kann aus Fett bestehen, und das Fettsäureprofil ist bemerkenswert. Etwa 60 % der Fettsäuren können aus Alpha-Linolensäure, also der ALA-Omega-3-Fettsäure, bestehen. Chia enthält außerdem Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure. [1,6]

Sowohl Alpha-Linolensäure (ALA) als auch Linolsäure sind essenzielle Fettsäuren für das Pferd. Das Pferd kann sie nicht selbst bilden und muss sie daher über die Nahrung aufnehmen. [7]

Warum ist Omega-3 für Pferde interessant?

Frisches Gras, ein natürlicher Bestandteil der Pferdeernährung, ist reich an Omega-3-Fettsäuren. Die Fettsäurezusammensetzung der Gesamternährung verändert sich jedoch je nachdem, woraus sie besteht.

ALA-reiche Samen sind eine Möglichkeit, diesen Teil der Ernährung zu ergänzen.

Beim Thema Omega-3 geht es aber nicht nur darum, was das Futter enthält. Studien zeigen, dass sich die Fettsäurezusammensetzung der Ernährung auch im Körper des Pferdes widerspiegelt.

In einer 18-wöchigen Studie mit Pferden veränderte eine ALA-Omega-3-haltige Ernährung die Fettsäurezusammensetzung des Blutplasmas deutlich. [8]

Spätere Studien bestätigten diesen Befund: Unterschiedliche pflanzliche Fettsäurequellen verändern das Fettsäureprofil im Plasma der Pferde. [9]

Eine 2025 veröffentlichte Studie verfolgte die Wirkung ALA-reicher Fette noch weiter. Der Anteil der Omega-3-Fettsäuren im Fettsäureprofil der Pferdehaut stieg während der Fütterungsperiode an – Nahrungsfettsäuren spiegelten sich also auch auf Gewebeebene wider. Unterschiede zwischen den Ölgruppen bei gemessenen Immun- oder Entzündungsreaktionen fand die Studie allerdings nicht. [7]

Zurück zum Blog