Der Pferdekörper braucht gute Fettsäuren
Über Fettsäuren und Omega-Fettsäuren wird viel gesprochen, doch damit verbunden sind viele schwierige Namen und Begriffe. Dieser Text erklärt verschiedene Fettsäuren, ihre Verwendung und was sie bedeuten.
Kurz zu den Fettsäuren: Es gibt etwa 20 verschiedene Fettsäuren. Sie werden nach der Länge des Moleküls – also der Anzahl der Kohlenstoffatome in der Kette – in kurz-, mittel- und langkettige Fettsäuren eingeteilt. Die Fettsäuren in "weichen" Fetten sind chemisch mehrfach ungesättigt oder einfach gesättigt. Diese ungesättigten Fettsäuren teilen sich in vier Fettsäurefamilien: Omega-3-, -6-, -7- und -9-Fettsäuren. Der Körper kann Omega-7- und -9-Fettsäuren selbst produzieren, aber Omega-3- und -6-Fettsäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Deshalb nennt man sie essenzielle Fettsäuren.
Die wichtigste Omega-6-Fettsäure ist Linolsäure, die wichtigste Omega-3-Fettsäure ist Alpha-Linolensäure. Alle Öle werden im Pferdekörper auf die eine oder andere Weise abgebaut. Omega-6 wird zu Arachidonsäure abgebaut, Omega-3 zu EPA und DHA. Eine übermäßige Aufnahme einer bestimmten Fettsäure führt leicht zu einem Ungleichgewicht der Fettsäuren und dadurch zu einem gestörten physiologischen Zustand – die Verhältnisse zwischen verschiedenen Fettsäuren sind also wichtig. Ein gestörtes Fettsäuregleichgewicht kann das optimale Funktionieren des Körpers beeinträchtigen und beispielsweise zu verringerter Immunabwehr, verstärkter Entzündungsaktivität, überaktivem Immunsystem (z.B. Verschlechterung der Symptome von Sommerekzem), verringerter Fruchtbarkeit oder stumpfem Fell und Haut führen.
Besonders Omega-3-Fettsäuren haben unter anderem eine entzündungshemmende Wirkung auf die Immunfunktion und die allgemeine Gesundheit. Laut neueren Forschungen dämpft aber auch eine hohe Linolsäure-Konzentration im Blutserum Entzündungsreaktionen im Körper.
Omega-Fettsäuren unterstützen die Gesundheit
Omega-Fettsäuren fördern die Pferdegesundheit auf vielfältige Weise. Sie beeinflussen die Enzymfunktion und beteiligen sich am Transport von Substanzen im Blutkreislauf. Sie machen Zellmembranen flexibel und durchlässig für Moleküle. Sie wirken sich positiv auf die Immunabwehr und die allgemeine Gesundheit des Pferdes aus. Omega-Fettsäuren haben Wirkungen, die unter anderem den Fellzustand verbessern, Entzündungen reduzieren und die Gesundheit der Schleimhäute unterstützen. Deshalb wurden sie zur Linderung von Atemwegsinfektionen und Reaktionen auf Insektenstiche bei Pferden empfohlen. Außerdem gleichen sie die Immunsystemfunktion aus, unterstützen die Sehnen- und Gelenkgesundheit, helfen der Verdauungsfunktion, reduzieren Nervosität und helfen dabei, Aufmerksamkeit und Energielevel zu erhalten.
Öle erhöhen die Energiedichte der Ration
Essenzielle Fettsäuren gewinnt man am besten aus "weichen" Fetten, besonders aus Pflanzenölen. Dazu gehören Rapsöl, Sonnenblumenöl, Leinöl, Chiaöl und Hanföl.

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Verschiedene Pflanzenöle erhöhen die Energiedichte der Ration, da sie dreimal mehr Energie enthalten als Getreide. Indem man einen Teil der Kraftfutterration durch Pflanzenöl ersetzt, kann man die Kraftfuttermenge und gleichzeitig den Kohlenhydratanteil reduzieren und trotzdem die Energieaufnahme auf normalem Niveau halten. Gleichzeitig reduziert sich das Risiko für Hufrehe, Muskelprobleme, Kolik und Überreiztheit, die durch Stärkefütterung verursacht werden. Durch die Reduzierung des Kraftfutteranteils kann auch der Raufutteranteil in der Ration erhöht werden, was das Darmwohlbefinden verbessert und beispielsweise das Risiko von Magengeschwüren durch unzureichende Raufutteraufnahme reduziert. Bei der Ölfütterung sollte man bedenken, dass ihr Einsatz den Vitamin-E-Bedarf des Pferdes erhöht.
Pflanzenöle Pferde sind eine wirksame Ergänzung der Pferdeernährung
Früher dachte man, dass Pferde keine Gallenblase haben und deshalb Fett in ihrer Nahrung nicht verwerten können. Mehrere Studien haben jedoch gezeigt, dass Pferde Fett sehr effektiv verwerten können. Fette werden im Dünndarm absorbiert, wo Verdauungsenzyme und Galle für ihren Abbau verantwortlich sind. Bei Pferden wird Galle kontinuierlich aus der Leber in kleinen Mengen ausgeschieden. Das Enzym, das Stärke abbaut, wird im Dünndarm nicht in ausreichenden Mengen produziert, weshalb Pferde Stärke relativ schlecht verdauen. Fette dagegen werden gut verdaut, und die Endprodukte – Fettsäuren und Glycerol – werden effizient aus dem Dünndarm absorbiert.
Die Verdaulichkeit pflanzlicher Fette liegt bei etwa 90%, die tierischer Fette bei etwa 75%. Öle haben viele Wirkungen auf die Pferdephysiologie. Wenn sie Sportpferden bereits während der Trainingszeit gefüttert werden, passt sich der Körper an, Öl als Energiequelle zu nutzen. Das verbessert die Fettnutzung während aerober Übungen und hält den Blutzuckerspiegel länger erhöht. Öl schont auch die Muskel- und Leberglykogenvorräte während kurzer, intensiver Anstrengung und verzögert die Muskelermüdung. Um diese Vorteile
