Warum juckt die Haut?
Hautjucken beim Pferd kann viele Ursachen haben: verschiedene Hauterkrankungen, Entzündungen wie Pilzinfektionen, atopische Haut, äußere Parasiten, ungeeignete Fütterung, Allergien und Überempfindlichkeiten.
Auch die Rasse kann die Ursache des Juckreizes beeinflussen. Pferde mit starkem Behang und langen Fesselhaaren leiden möglicherweise unter Räudemilben. Bei Finnpferden, Isländern und Shetlandponys kann Sommerekzem eine zugrunde liegende Ursache sein. Im Sommer gehören Sommerekzem und Insekten zu den häufigsten Auslösern.
Juckreiz und Hautprobleme können auch mit übermäßiger Hauttrockenheit und/oder Mangel an Fettsäuren zusammenhängen. Trockenheit zeigt sich als schuppige Haut, schlechte Fellqualität oder übermäßiges Scheuern. Trockene Hautprobleme verschlechtern sich typischerweise im Winter – die Haut kann sich straff oder empfindlich anfühlen, und Schuppen sind oft in Mähne und Schweif sichtbar. Eindecken kann ebenfalls zur Hauttrockenheit beitragen, da es den Feuchtigkeitsverlust verstärkt und zu Juckreiz und Schuppenbildung führt.
Trockene und juckende Haut unterstützen
Die Hautgesundheit wird von vielen Nährstoffen beeinflusst. Der Körper muss ausreichend Vitamine, Mineralstoffe und hautunterstützende Fettsäuren erhalten.
Vitamin A wird für Zellwachstum und Hauterhaltung benötigt. Gute Quellen für Pferde sind Karotten, für Hunde Leber und Kabeljau. Vitamin B und Vitamin C unterstützen ebenfalls die Hautgesundheit, aber das vielleicht wichtigste "Hautvitamin" ist Vitamin E, ein starkes Antioxidans, das die Haut vor innerem und äußerem oxidativem Stress schützt. Bei den Mineralstoffen sind Zink und Biotin besonders wichtig für die Hautgesundheit.
Die wichtigsten Omega-Fettsäuren für die Hautpflege sind Omega-6 und Omega-3. Weitere vorteilhafte Fettsäuren sind Omega-9 (aus Schwarzkümmelsamen) und Omega-7 (aus Sanddorn). Essenzielle Fettsäuren umfassen Linolsäure (LA, Omega-6) und Alpha-Linolensäure (ALA, Omega-3). ALA ist in Leinsamen, Chia, Hanf und frischem Gras enthalten, fehlt aber weitgehend in getrocknetem Heu.
Linolsäure ist besonders wichtig für die Aufrechterhaltung der Schutzbarriere der Haut. Ein Mangel kann zu trockener, schuppiger Haut, Haarausfall und erhöhter Anfälligkeit für bakterielle und Hefeinfektionen führen. Linolsäure hilft dabei, die innere Hautfeuchtigkeit aufrechtzuerhalten und verhindert übermäßigen Feuchtigkeitsverlust. Pflanzliche Öle unterstützen die natürlichen Schutzmechanismen der Haut, im Gegensatz zu aus Fisch gewonnenen Fettsäuren, die nicht dieselbe Wirkung haben. Linolsäure ist reichlich in Getreide, Hafer, Hanf und Hanföl enthalten.
Essenzielle Fettsäuren müssen über die Nahrung aufgenommen werden, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann. Ein angemessenes Gleichgewicht von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist daher entscheidend.
Mängel an essenziellen Fettsäuren beeinträchtigen nachweislich nicht nur die Hautgesundheit, sondern auch die Funktion des Nervensystems. Omega-Fettsäuren haben vielfältige Vorteile, aber eine ihrer am besten dokumentierten Wirkungen ist die Reduzierung von Entzündungen, auch in der Haut. Sie unterstützen auch den Fellglanz und die allgemeine Fellgesundheit.
Studien haben gezeigt, dass Omega-Fettsäuren den Gelenkstoffwechsel bei Arthrose unterstützen. Bei Zuchttieren können Omega-3-Fettsäuren Gebärmutterentzündungen während der Trächtigkeit reduzieren, die Follikelgröße erhöhen und die Lebensfähigkeit von Eizellen und Embryonen verbessern. Eine Omega-3-Ergänzung kann auch Pferden mit entzündlichen Darmerkrankungen, metabolischem Syndrom oder Hufrehe zugute kommen.


